Besteht eine erhöhte Gefahr?

Wie sicher sind Elektroautos bei einem Unfall?

Ein Audi e-tron an einer Ladesäule.
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Besteht bei einem Unfall mit einem Elektroauto eine erhöhte Gefahr?

Geht die Batterie eines Elektroautos bei einem Unfall wirklich in Flammen auf? Was Experten dazu sagen und wie sicher E-Autos wirklich sind, erfahren Sie hier.

Die Sorge um eine erhöhte Brandgefahr bei Elektroautos* ist unter Autofahrern weit verbreitet. Aber ist diese auch berechtigt? Laut dem ADAC ist das nicht der Fall. Es gäbe nämlich keinerlei Hinweise darauf, dass das Brandrisiko bei Elektroautos höher ist als bei Modellen mit Verbrennungsmotoren. In Crashtests würden demnach E-Autos oft sogar besser abschneiden, da die Fahrzeuge eine optimierte Crashstruktur vorweisen können, welche Beschädigungen der Batterien im Unterboden verhindert. Trotzdem ist nach einem Unfall oberste Vorsicht geboten – und gänzlich auszuschließen ist das Brandrisiko ebenfalls nicht.

Elektroautos: So verhalten Sie sich nach einem Unfall

Bei Unfällen sorgt ein Sicherheitsmechanismus im Elektroauto zwar dafür, dass der Stromfluss der Batterie umgehend gekappt wird, sodass keine elektrische Spannung mehr vorliegt. Trotzdem sollten Fahrer nach einem Unfall niemals selbst am Elektromotor Hand anlegen, vor allem die orangenen Leitungen dürfen auf keinen Fall angefasst werden, warnt der ADAC. Die Überprüfung des Motors und Reparaturen sollten ausschließlich von ausgebildeten Spezialisten durchgeführt werden.

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Elektroautos haben kein höheres Brandrisiko, dennoch gibt es einen entscheidenden Nachteil

Peter Bachmeier, Vorsitzender des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren, erklärte dem Spiegel, dass das Brandrisiko bei einem Elektroauto nicht höher als bei einem Benziner sei, allerdings wäre das Löschen einer brennenden Batterie häufig komplizierter und langwieriger. Falls die Schutzmechanismen des Elektroautos nicht funktionieren, kann es zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ kommen, bei dem die Zellen der Batterie durchgehen können, heißt es seitens des ADAC. Bei einem Brand müsse daher die Feuerwehr anrücken, welche die Antriebsbatterie nur mit sehr viel Wasser löschen könne. „Ein normales Auto löscht man in einer Viertelstunde ab und braucht dafür 500 Liter Wasser“, erklärt Bachmeier. „Beim E-Auto ist die Feuerwehr hingegen oft zwei bis drei Stunden beschäftigt und braucht 10 000 Liter Wasser.“

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Elektroauto-Hersteller sollen bei Unfällen selbst Spezialisten bereitstellen

Der Deutsche Feuerwehrverband fordert deshalb von der Autoindustrie mehr Unterstützung beim Umgang mit Bränden von Elektroautos. „Die Hersteller werden ihrer Verantwortung für Elektroautos und den damit verbundenen Risiken nach einem Brandereignis bislang nicht ausreichend gerecht“.

Hinzu kommt, dass Elektro-Fahrzeuge nach einem Brand den Angaben nach 72 Stunden beobachtet werden müssen – um auszuschließen, dass die Batterie erneut Feuer fängt. Das könne nicht Aufgabe der Feuerwehren sein, sagte Bachmeier. Stattdessen seien die Hersteller gefragt: Im Brandfall sollten sie Spezialisten entsenden, wie in der Chemieindustrie üblich, und das Fahrzeug später abtransportieren. (dpa/ök) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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