Allroundmotorrad

Mehr Allrounder geht nicht: BMW R 1250 GS

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BMW R 1250 GS

Seit knapp 40 Jahren ist die GS von BMW ein Symbol für das Allroundmotorrad. Seit vielen Jahren ist sie in der Zulassungsstatistik die Nummer eins in Deutschland.

Die grundlegende Überarbeitung passierte dieses Mal am Herz: Die Motoren der großen Boxer-Baureihe sind nun mit der neu entwickelten Shift-Cam-Technik ausgestattet. Dabei sorgen unterschiedliche Nockenprofile auf einer Nockenwelle dank variabler und blitzschneller Ventilsteuerung für eine optimale Leistungsabgabe in jedem Drehzahlbereich. Die R 1250 GS der neuen Generation hat mehr Hubraum (1254 statt 1170 ccm), mehr Leistung (136 PS statt 125 PS) und ein höheres Drehmoment (statt 125 nun 143 Nm bei 6250 U/min).

BMW R 1250 GS: Beim Start die erste positive Überraschung

Der erste Gang lässt sich sofort, also auch bei noch kaltem Motor, sanft und exakt einlegen, zudem gibt es keine mechanischen Geräusche mehr beim Gangwechsel. Man findet sich auf der Neuen sofort zurecht, alles ist da, wo es schon fast immer bei BMW war.

Dass die dicke BMW stolze 249 Kilogramm wiegt, lässt der kraftvolle Motor stets vergessen. Souverän zieht sie ihre Kreise, nimmt jede Kurve nach Wunsch des Fahrers, lässt sich handlich dirigieren, schwimmt tadellos im Stadtverkehr mit oder pfeilt geradeaus auf der Autobahn – wenn es sein muss, auch über längere Zeit mit der Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h. Der Verbrauch ist dann natürlich entsprechend. Aber das bestimmt der Fahrer letztlich selbst, und so notierten wir Verbräuche zwischen 4,9 und 7,8 Liter auf 100 Kilometer.

Wirkung und Bedienbarkeit der Bremsen genügen auch hohen Ansprüchen sowohl beim vorausschauenden Verzögern als auch beim Notstopp. Die GS ist extrem schaltfaul zu fahren, selbst im 6. Gang kann man noch ohne Ruckeln durch den Ort zuckeln.

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BMW R 1250 GS: Kritik

An der R 1250 GS herumzumäkeln ist eigentlich Mimimi auf Fünf-Sterne-Niveau. Tun wir’s trotzdem: Aufgebockt auf den Hauptständer befindet sich die Tanköffnung in 115 Zentimetern Höhe, was das Spritnachfüllen zu einem sensiblen Akt macht. Bei montiertem Topcase wird das Auf- und Absteigen wegen dieser Höhe zum Balanceakt. Die Schalter für die Blinker sind etwas fummelig und auf den Schaltautomaten (kostet 435 Euro) kann man verzichten, denn der Gangwechsel funktioniert auch auf normalem Weg reibungslos. Etwas gewöhnungsbedürftig sind Multicontroller und Wipptaste fürs Menü am linken Lenkerende: drehen, links-rechts kippen, oben-unten drücken – das verwirrt zumindest am Anfang. Irgendwann hat man es dann intus.

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Kosten: BMW R 1250 GS

Der Basispreis von 16.150 Euro klingt eigentlich ganz vernünftig. Da BMW aber inzwischen auch die Bestandteile und Kombinationsmöglichkeiten seiner Sonderausstattungspakete perfektioniert hat, addiert sich der Endpreis schnell auf über 20 000 Euro, sofern man noch Navi und Koffer ordert. Das ist dann doch recht happig.

Letztlich muss man aber BMW gratulieren, dass sie das im Prinzip ja bereits nahezu perfekte Vorgängermotorrad noch ein bisschen besser gemacht haben. Es wird für die Mitbewerber schwer, die R 1250 GS von ihrem Thron zu stoßen.

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Von Volker Pfau

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