Porsche reagiert mit Verkaufsstopp

VW-Skandal: Grüne geben Regierung Mitschuld

Berlin - Angesichts der Ausweitung des Abgas-Skandals bei Volkswagen sehen die Grünen auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Zug.

„Angesichts der Dimension des Skandals und dem damit verbundenen Schaden für die gesamte deutsche Automobilbranche reicht es nicht mehr aus, Aufklärung als Show zu simulieren“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur. Dobrindt müsse klare politische Regeln und Kontrollen durchsetzen, um die Auto-Branche vor sich selbst zu schützen. „Wir brauchen endlich umfassende Transparenz und Tests auf der Straße durch eine unabhängige europäische Behörde.“

Volkswagen musste am Dienstag auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten einräumen. Dabei geht es um den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) - und damit um den Spritverbrauch. Nach derzeitigem Erkenntnisstand könnten davon rund 800.000 Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns betroffen sein, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstagabend. VW bezifferte die wirtschaftlichen Risiken in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro. Bisher ging es in dem Skandal um Stickoxid (NOX).

Krischer sagte, der VW-Skandal nehme kein Ende. „Langsam kann niemand mehr behaupten, dass dies alles kriminelle Machenschaften Einzelner gewesen wären. Die Manipulationen bei VW hatten ganz offensichtlich System.“ Die Bundesregierung habe die Konzerne sehenden Auges gewähren lassen, Kontrollen habe es nicht gegeben. „Damit trägt die Bundesregierung die Verantwortung dafür, dass sich eine Kultur des Betrugs und der Schummelei ausgebreitet hat.“

Porsche stoppt Verkauf des Cayenne-Diesel

Als Reaktion auf die jüngsten Vorwürfe der US-Umweltschutzbehörde EPA setzt Porsche den Verkauf von Dieselmodellen des Geländewagens Cayenne in Nordamerika aus. Dabei handele es sich um eine freiwillige Maßnahme, betonte die Luxustochter des Volkswagen-Konzerns am Dienstag (Ortszeit) in einer Erklärung. Betroffen seien Fahrzeuge der Modelljahre 2014 bis 2016. Besitzer der Modelle könnten ihre Wagen weiter wie bisher fahren.

Nach den neuesten Enthüllungen über Unregelmäßigkeiten bei Volkswagen erwartet auch Porsche negative Auswirkungen auf sein Konzernergebnis. Wegen der Kapitalbeteiligung von Porsche an der Volkswagen AG könnten die erwarteten wirtschaftlichen Risiken bei VW auch das Konzernergebnis bei Porsche belasten, erklärte das Unternehmen am Dienstagabend. Doch selbst bei Berücksichtigung dieser wirtschaftlichen Risiken gehe Porsche weiterhin unverändert von einem Ergebnis zwischen 0,8 und 1,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2015 aus.

dpa/afp

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