Verdi fordert Arbeitszeitverkürzung bei Post

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Die Deutsche Post hatte im Januar angekündigt, bei der Tochterfirma DHL Delivery 49 regionale Firmen ansiedeln zu wollen. Foto: Malte Christians

Im Tarifkonflikt bei der Post hat Verdi dem Management jetzt den Kampf angesagt: Wegen der Abschiebung vieler Arbeitskräfte in schlechter bezahlte Jobs bei regionalen Tochterfirmen fordert die Gewerkschaft zum Ausgleich eine Verkürzung der Arbeitszeit.

Bonn/Berlin (dpa) - Gong zur ersten Runde im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post: Im Streit um die Verlagerung von Tausenden von Paketzusteller-Jobs in neue regionale Gesellschaften hat Verdi jetzt die ersten Nadelstiche gesetzt.

Als Kompensation auf den "Vertragsbruch" fordert die Gewerkschaft für die rund 140 000 Tarifbeschäftigten eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden. Das beschloss die Tarifkommission in Berlin. Noch im März sollen die Tarifverhandlungen aufgenommen werden. Vor wenigen Wochen hatte Verdi die Arbeitszeitregelungen gekündigt. Ende Mai läuft auch der Entgelttarifvertrag bei der Post aus.

Die Post reagierte mit Unverständnis auf die Forderung. Die Gewerkschaft bewege sich in einer Sackgasse, erklärte Personalchefin Melanie Kreis. "Wir können gemeinsam mehr als 10 000 neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen". Die ohnehin schon bestehende große Schwere bei den Personalkosten gegenüber dem Wettbewerb würde sich durch eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit weiter öffnen, hieß es.

Im Januar hatte die Post angekündigt, bei der DHL Delivery 49 regionale Firmen ansiedeln zu wollen. Dort sollten zunächst bei der Post befristet Beschäftigte einen dauerhaften Job finden, aber auch neue Arbeitskräfte zu niedrigen Löhnen eingestellt werden. Für diese Gesellschaften greifen nicht die Regelungen des Haustarifvertrags, sondern die jeweils regional geltenden tariflichen Bedingungen des Speditions- und Logistikgewerbes. Das Ziel der Post ist es, auf diesem Wege den hohen Lohnabstand zur Konkurrenz einzudämmen und wettbewerbsfähiger zu werden.

Verdi sieht in dem Vorgehen aber einen Bruch tarifvertraglicher Abmachungen. Der bestehende Vertrag sehe vor, dass die Post bei der Zustellung von Briefen und Paketen nur eine begrenzte Zahl von Zustellbezirken an konzerninterne oder externe Unternehmen vergeben darf. Diese Regelung werde nun aber mit dem Aufbau eines flächendeckenden Netzes für die Paketzustellung unterlaufen. Das Unternehmen stelle damit die Tarifpartnerschaft mit Verdi infrage.

Pressmitteilung Deutsche Post

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