Kritik an Sparkassen und Volksbanken

Geld abheben wird teurer: Verbraucherschützer empört

Berlin - Verbraucher müssen fürs Geldabheben an fremden Bankautomaten künftig tiefer in die Tasche greifen. Das bringt Verbraucherschützer auf die Palme. Sie wittern Abzocke.

Verbraucherschützer haben die Pläne einzelner Banken zur Anhebung der Automatengebühren für Fremdabhebungen scharf kritisiert. „Kein Institut sollte sich an dieser Stelle bereichern können“, sagte Finanzexpertin Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband dem Berliner „Tagesspiegel“ (Samstag). Wenn die Privatbanken bislang mit 1,95 Euro ausgekommen seien, dann könnten sie das auch weiterhin. Sauer ist Mohn aber auch auf Sparkassen und Volksbanken. „Ein Grund für die Anhebung der Abhebegebühr ist, dass der Wettbewerb nicht funktioniert und die Sparkassen und Volksbanken mit hohen Gebühren von bis zu fünf Euro weiter abzocken“, sagte sie der Zeitung.

Hintergrund der markigen Worte: Die Deutsche Bank, ihre Tochter Postbank und die Commerzbank haben die Vereinbarung der Privatbanken über die Gebührenhöchstgrenze von 1,95 Euro gekündigt. „Wir können angesichts steigender Kosten auf Dauer keinen Preis unter dem Niveau von Sparkassen und Volksbanken verlangen“, hieß es vergangene Woche bei der Commerzbank. Das Geldinstitut will künftig 3,90 Euro von Fremdkunden verlangen. Die Deutsche Bank hat noch keinen neuen Preis festgelegt.

Die privaten Banken hatten sich 2010 verständigt, maximal 1,95 Euro für Abhebungen von Fremdkunden an ihren Automaten zu verlangen. Eine gemeinsame Vereinbarung mit den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken scheiterte. Diese argumentierten mit hohen Kosten für ihr engmaschiges Automatennetz. Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur liegt die Preisspanne für Fremdabhebungen bei Sparkassen im Schnitt bei etwa 4,00 bis 4,50 Euro.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, Ulrich Kelber (SPD), rät Verbrauchern, möglichst nur innerhalb der eigenen Bankengruppe Bargeld abzuheben. Fremdabhebungen könnten häufig vermieden werden.

dpa

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