Umbau der Lebensversicherung lässt Talanx-Gewinn einbrechen

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Talanx-Chef Herbert Haas hatte Ende Juli angekündigt, aus dem klassischen Lebensversicherungsgeschäft mit Garantiezins auszusteigen. Foto: Holger Hollemann

Mit seinem Rückzug aus der klassischen Lebensversicherung hatte der Talanx-Kontern aus Hannover Ende Juli für Aufsehen gesorgt. Die Umstrukturierung schlägt sich auch in den Quartalszahlen nieder.

Hannover (dpa) - Deutschlands drittgrößtem Versicherungskonzern Talanx ist im zweiten Quartal der Gewinn eingebrochen. Grund war eine Sonderabschreibung in der Lebensversicherungssparte.

Unter dem Strich verdiente der Konzern mit Marken wie HDI und Targo 60 Millionen Euro und damit fast zwei Drittel weniger als die 165 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum, wie Talanx in Hannover mitteilte.

Die Großschäden - darunter der Absturz des Germanwings-Flugs 4U9525 und die Folgen durch Sturm "Niklas" - waren im ersten Halbjahr mit 363 Millionen Euro hoch, aber unter dem angesetzten Budget. Ohne die Abschreibung wäre das Ergebnis deutlich gestiegen. "Wir sind mit dem operativen Geschäftsverlauf sehr zufrieden", sagte Talanx-Chef Herbert Haas.

Die ursprünglichen Erwartungen seien übertroffen worden. Alle Geschäftsbereiche hätten zum guten Ergebnis beigetragen. Auch im Türkei-Geschäft habe es Verbesserungen gegeben. Die gebuchten Bruttoprämien seien im ersten Halbjahr um 12,4 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro gestiegen. Auf Basis konstanter Wechselkurse soll das Wachstum fürs Gesamtjahr bis zu 3 Prozent erreichen. Bei den Industrieversicherungen nahm die Internationalisierung Fahrt auf. Eine deutlich verbesserte IT-Plattform solle die Kosten reduzieren.

Schon im Vormonat hatte das MDax-Unternehmen seinen Ausstieg aus dem klassischen Lebensversicherungsgeschäft mit Garantiezins in Deutschland angekündigt. Bis Ende 2016 wird Verkauf klassischer Lebensversicherungen eingestellt. Es zeichne sich ein Paradigmenwechsel in der deutschen Lebensversicherung ab, sagte Haas.

Für die nächste Dekade sieht sich Talanx nun gut aufgestellt bei den Risiken des deutschen Lebensversicherungsgeschäfts und will seine Kostenposition langfristig reduzieren. Haas hatte Ende Juli bereits das Gewinnziel für 2015 von mindestens 700 Millionen auf nur noch 600 bis 650 Millionen Euro zusammengestrichen. "Ohne den Sondereffekt hätte sich eine Gewinnerwartung von 755 bis 805 Millionen Euro ergeben", erklärte Haas nun. An diesem Wert soll sich auch die Dividende für die Aktionäre bemessen.

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