Am Freitag legen die Piloten nach

Lufthansa-Streik: München und Frankfurt trifft es am härtesten

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Berlin - Der mittlerweile zwölfte Pilotenstreik trifft am Donnerstag hauptsächlich Passagiere der Lufthansa auf Langstreckenflügen. Doch am Freitag legen die Piloten schon wieder nach.

Bei der Lufthansa gehen die Pilotenstreiks am Donnerstag und auch am Freitag weiter. Nachdem am Mittwoch rund 750 Verbindungen der Kurz- und Mittelstrecke ausfielen, wollen die Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) dieses Mal ausschließlich Langstreckenflüge bestreiken.

Für Freitag kündigte die Gewerkschaft am Mittwochabend aber gleich die nächste Verschärfung an: weitere Streiks bei Kurz- und Mittelstreckenflügen der Lufthansa. Flüge der Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings seien nicht betroffen, hieß es in der Mitteilung.

Den Pilotenstreik  bekommen am zweiten Tag etwa 18.000 Passagiere zu spüren. Am Donnerstag fallen insgesamt 84 Langstreckenflüge von und nach Deutschland aus, wie ein Sprecher mitteilte. Trotz des Streiks der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sollen 43 Maschinen starten und damit etwa halb so viel wie vorgesehen. „Wir gehen davon aus, dass wir den Flugplan wie angekündigt einhalten können“, sagte der Sprecher am Donnerstagmorgen. Am Münchner Flughafen waren 15 Langstreckenflüge betroffen, acht Starts und sieben Landungen, wie der Flughafensprecher sagte.

Die erste gestrichene Maschine aus Frankfurt am Main wäre planmäßig gegen 10.00 Uhr in Richtung der US-amerikanischen Stadt Houston gestartet. Reisende, die aus dem Ausland in die Mainmetropole fliegen wollen, bekommen den Streik bereits seit Mittwochabend zu spüren.

Rund 80.000 Passagiere am Mittwoch betroffen

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte sich zu Beginn ihrer inzwischen zwölften Streikwelle innerhalb eines Jahres auf den Kurz- und Mittelstreckenverkehr konzentriert. Rund 80.000 Passagiere waren am Mittwoch von den Verspätungen und Ausfällen betroffen. Die Kunden mussten umgebucht werden oder konnten ihre Reisen erst gar nicht antreten. Viele hatten sich rechtzeitig informiert. An den Flughäfen hieß es, es sei alles ruhig verlaufen.

Der Kurz- und Mittelstreckenverkehr solle schon am Donnerstag wieder normal laufen, erklärte die Lufthansa. Die Pilotengewerkschaft hatte in der Nacht auf Mittwoch den Druck noch erhöht und den Streik auf die Langstrecke ausgedehnt.

„Natürlich macht das die Planungen noch einmal schwerer. Aber wir haben jetzt wirklich schon sehr viel Erfahrung mit Streiks und werden auch das bewältigen“, erklärte eine Lufthansa-Sprecherin. Die VC schloss weitere Verschärfungen des Arbeitskampfes nicht aus. „Wir haben nicht das Gefühl, dass wir mit Samthandschuhen weiterkommen“, sagte ein Sprecher. „Im Augenblick ist alles denkbar.“

Anlass für die neue Streikrunde ist das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit. Der größte Streitpunkt betrifft die Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Die Gewerkschaft sieht ihre Forderungen nicht erfüllt und verlangt, dass auch künftige Piloten in den Genuss von unternehmensfinanzierten Frührenten kommen.

„Es geht nicht um die Verhinderung strategischer Unternehmensentscheidungen, sondern um die Gestaltung der Tarifbedingungen der Piloten“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg in der am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung. „Wer jeden Tarifvertrag als Einschränkung unternehmerischer Freiheiten sieht, unterliegt einem Fehlverständnis, das den Abschluss neuer Vereinbarungen de facto unmöglich macht.“

dpa

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