Höchst umstrittenen Methode

Öl- und Gasbranche fordert Fracking-Gesetz

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Der Himmel über einer Fracking-Anlage in den USA.

Hannover - Die deutschen Erdgas- und Erdölförderunternehmen wollen die heimischen Energierohstoffreserven wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken - und damit auch das umstrittene Fracking.

Die deutschen Erdgas- und Erdölförderunternehmen haben die Verabschiedung des schon seit langem vorliegenden Fracking-Gesetzespakets gefordert. "Die Entscheidung muss jetzt fallen", erklärte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen, am Dienstag in Hannover. Während die EU-Ebene um mehr Versorgungssicherheit ringe, spiele der "geopolitische Wert heimischer Energierohstoffe" in der hiesigen Debatte fast keine Rolle, kritisierte er.

Die heimische Erdöl- und Erdgasförderung sinkt schon seit Jahren deutlich - inländisches Erdgas spielt aber noch eine größere Rolle. Dem WEG zufolge wurde der Bedarf Deutschlands vergangenes Jahr zu neun Prozent aus den vor allem in Niedersachsen liegenden Bohrungen gedeckt. 2014 waren es noch zwölf Prozent gewesen.

Die Menge des in der Bundesrepublik geförderten Gases sank nach Angaben des Verbands im Jahresvergleich von 9,2 auf 8,6 Milliarden Kubikmeter. Vor zehn Jahren war es mit über 18,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas demnach pro Jahr noch mehr als doppelt so viel.

Der Rückgang der deutschen Gasförderung ist nach Angaben von Experten auf natürliche Erschöpfung der Lagerstätten zurückzuführen. Dem WEG zufolge existieren laut Studien zugleich erhebliche Reserven in durch Fracking erschließbaren Schichten. Mit ihnen könnte die Inlandsförderung demnach verdoppelt und für 100 Jahre fortgesetzt werden.

In Deutschland wird seit Jahren kontrovers um die Fracking-Fördertechnik gerungen, die auf Reserven in Ton- und Schieferschichten zielt, die mit herkömmlichen Methoden nicht zu erschließen sind. Sie ist wegen möglicher Umweltschäden umstritten. Die Regierung hatte im Frühjahr 2015 ein Gesetzespaket auf den Weg gebracht, das die Modalitäten zur Erforschung und etwaigen Nutzung regeln soll. Es ist bislang aber nicht verabschiedet.

Erdgas deckt nach Branchenangaben ein Fünftel des deutschen Energiebedarfs. Bei der Versorgung sind Deutschland und die EU auch auf Lieferungen aus Staaten wie Russland angewiesen, die im Krisenfall ausfallen könnten. Die EU will ihre Erdgas-Versorgung daher breiter aufstellen. Die EU-Kommission stellte erst jüngst neue Maßnahmen vor.

Kalkoffen verwies auch auf die Bedeutung der Erdgasförderung für die Wertschöpfung, den Arbeitsmarkt und die Länder-Haushalte, die im vergangenen Jahr Förderabgaben von etwa 367 Millionen Euro einnahmen. Darauf zu verzichten wäre "ein verheerendes Signal".

AFP

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