Frankenstärke brockt Schweizer Notenbank Milliardenverlust ein

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Am 15. Januar hatte die SNB den garantierten Mindestwechselkurs aufgehoben. Foto: Oliver Berg

Der starke Franken belastet die Schweizer Notenbank: Im ersten Quartal muss die SNB einen Milliardenverlust hinnehmen - auch weil sie den Franken vom Euro abgekoppelt hat. Seither ist die Schweizer Währung sehr stark.

Bern (dpa) - Die sprunghafte Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro und anderen Währungen hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Milliardenverlust eingebrockt.

Für die ersten drei Monate des Jahres verbuchte die Notenbank der Eidgenossen ein Minus von 30 Milliarden Franken (28,6 Milliarden Euro). Hauptgrund ist die am 15. Januar von der SNB verfügte Aufhebung des garantierten Mindestwechselkurses von 1,20 Franken pro Euro. Nach dieser überraschenden Entscheidung war der Kurs des als krisensicher angesehenen Franken aufgrund der weltweiten Nachfrage stark gestiegen. Zeitweise erreichte er sogar Parität mit dem Euro.

Um den 2011 verkündeten Mindestkurs von 1,20 halten zu können, hatte die SNB immer wieder für hohe Milliardensummen Euro gekauft. Damit sollte die exportorientierte Wirtschaft im Land vor einer zu starken Währung geschützt werden, die die Ausfuhren verteuert hätte. Doch als vergleichsweise kleine Notenbank gab die SNB ihre Währung frei, kurz bevor die Europäische Zentralbank (EZB) ein billionen-schweres Programm zum Kauf von Anleihen und anderen Wertpapieren verkündete. Denn das Programm setzte den Euro massiv unter Druck: Es wäre für die SNB also teuer geworden, den Mindestkurs zu halten.

Seit dem als "Frankenschock" bezeichneten Kursverfall sank der Wert der Euro-Bestände der Schweizer Notenbank dramatisch. Im ersten Quartal des Vorjahres hatte die SNB noch einen Gewinn von 38 Milliarden Franken ausgewiesen. Der jetzige Quartalsverlust resultiert zu 29,3 Milliarden Franken aus dem Kursverfall des Euro und anderer Fremdwährungspositionen. Um eine Milliarde Franken sank der Wert der Schweizer Goldbestände. Dem steht ein geringer Gewinn durch Zinsen auf Fremdwährungen gegenüber.

Verluste von Notenbanken sind an sich kein großes Problem. "In den meisten Ländern überweisen Zentralbanken ihre Gewinne an den Finanzminister. Bei einem Verlust steht dem Haushalt weniger zur Verfügung. Der Staat muss mehr Schulden machen oder die Steuern erhöhen", erklärte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer: "Das ist alles." Selbst wenn das Eigenkapital einer Zentralbank aufgebraucht sei, könne sie anders als ein Unternehmen weiterarbeiten - sofern die Menschen ihr weiterhin vertrauen, die Preise stabil zu halten.

Zudem sind starke Ergebnis-Schwankungen nicht selten, wie die SNB betonte. Denn das Ergebnis hänge überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte ab. Deshalb seien nach dem ersten Quartal auch Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

SNB-Mitteilung

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