Unterstützung im Kampf gegen den Terror

Dax trotzt Terror-Anschlägen in Paris

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Frankfurt/Main - Die Terror-Attacken von Paris haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt letztlich wenig Angst einjagen können.

Der Dax schüttelte am Montag seine anfängliche Schwäche schnell ab und pendelte im Tagesverlauf um seinen Schlussstand vom Freitag. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 0,05 Prozent im Plus bei 10 713,23 Punkten. In der Vorwoche hatte er mit einem Abschlag von gut zweieinhalb Prozent der vorangegangenen Rally etwas Tribut gezollt.

"Der Dax trotzt dem Terror in Paris", kommentierte Analyst Jens Klatt vom Broker DailyFX die robuste Entwicklung an der Börse. "Seitens des Marktes erwartet man von allen Seiten Unterstützung im Kampf gegen den Terror. Das beinhaltet auch Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft, sollte diese in Mitleidenschaft gezogen werden." So dürfte etwa die Europäische Zentralbank (EZB) "die Geldschleusen eher früher als später erneut öffnen, um besonders eine eventuelle Nervosität an den Anleihemärkten in den Griff zu bekommen". Daher sei das Abwärtspotenzial beim Dax begrenzt - vielmehr dürfte das Börsenbarometer schon bald wieder die Marke von 11 000 Punkten anpeilen.

Noch besser behaupteten sich die deutschen Nebenwerte-Indizes: Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann 0,81 Prozent auf 20 685,45 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,89 Prozent auf 1799,84 Punkte.

Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand am Schluss ein Plus von 0,05 Prozent auf 3362,23 Punkte zu Buche. Auch der Pariser CAC-40-Index hielt sich mit einem knappen Minus wacker. Der Londoner FTSE 100 ging fast ein halbes Prozent fester aus dem Handel. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss knapp im Plus.

Am deutschen Aktienmarkt standen vor allem Branchen unter Druck, die die direkten Auswirkungen des Terrors zu spüren bekommen - wie etwa Flug- und Touristikunternehmen. Besonders schwer traf es im Dax die Aktien der ohnehin von Streiks gebeutelten Lufthansa: Sie waren mit einem Minus von 2,28 Prozent Schlusslicht im deutschen Leitindex.

Außerhalb der wichtigen Aktienindizes sackten die Anteilsscheine des Billigfliegers Air Berlin um 3,00 Prozent ab. Terrorattacken seien unvorhersehbar und wirkten entsprechend negativ auf die Touristenströme, fasste Analyst André Juillard von der Investmentbank Kepler Cheuvreux die Belastung für die Reiseindustrie zusammen.

Die Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall waren indes mit einem Plus von 4,83 Prozent bester Wert im MDax. Nach den Ereignissen von Paris müsse mit einem stärkeren militärischen Einsatz im Nahen Osten gerechnet werden, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Dies könne höhere staatliche Rüstungsbudgets bedeuten und damit Unternehmen wie Rheinmetall neue Aufträge bescheren.

Die Papiere von LPKF verloren nach einem Interview von Vorstandschef Ingo Bretthauer am TecDax-Ende 5,40 Prozent. Bretthauer rechnet nicht mit einer schnellen Besserung der angespannten Geschäftslage des Laserstechnik-Spezialisten. Die ohnehin gebeutelten Aktionäre sollen zudem bei der Ausschüttung leer ausgehen: Wegen der erwartet roten Zahlen im Gesamtjahr werde man dem Aufsichtsrat vorschlagen keine Dividende für 2015 zu zahlen, hieß es.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,42 Prozent am Freitag auf 0,41 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 139,97 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,20 Prozent auf 157,37 Punkte. Der Kurs des Euro sank auf 1,0709 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,0723 (Freitag: 1,0764) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9326 (0,9290) Euro.

dpa

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