Dax weitet Minus nach EZB-Zinsentscheid aus

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Ein Händler spiegelt sich in der Börse in Frankfurt am Main in einem Logo des Dax. Foto: Fredrik von Erichsen

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) überraschend ihre Geldtore doch nicht weiter geöffnet hat, geht es an den deutschen Börsen runter.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine knappen Verluste nach der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) und Kommentaren von EZB-Präsident Mario Draghi vergrößert.

Europas Währungshüter haben entgegen der Hoffnung vieler Marktteilnehmer und der Einschätzung von Experten das Anleihenkaufprogramm nicht über März 2017 hinaus verlängert. Auch an der Zinsschraube drehte der EZB-Rat bei seiner Sitzung am Donnerstag nicht.

Zuletzt notierte der Dax 1,23 Prozent tiefer bei 10 620,96 Punkten. Tags zuvor hatte sich der deutsche Leitindex seinem bisherigen Jahreshoch von 10 802 Punkten bis auf 27 Punkte genähert und war mit einem Plus von 0,62 Prozent aus dem Handel gegangen. Der MDax, der die mittelgroßen Unternehmen repräsentiert, sank am Donnerstag um 0,43 Prozent auf 21 695,02 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,36 Prozent auf 1761,68 Zähler abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,69 Prozent.

Wie die EZB mitteilte, bleibt der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbankgeld besorgen können, auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Banken überschüssiges Geld bei der EZB, müssen sie dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Bis März 2017 will die Notenbank unverändert Monat für Monat 80 Milliarden Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere stecken, insgesamt 1,74 Billionen Euro. Das billige Geld soll die Konjunktur ankurbeln und die niedrige Inflation befördern.

"Die Ausrichtung dürfte klar sein - Mario Draghi will nicht das gesamte Pulver zu einem Zeitpunkt verschießen, zu dem sich die Märkte wieder einigermaßen beruhigt haben, was zuletzt vor allem die gesunkene Volatilität signalisierte", kommentierte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

Die Anteilsscheine des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor  reagierten negativ auf die Vorstellung des neuen iPhone 7 von Apple. Sie verbilligten sich zuletzt um 2,41 Prozent und waren damit schwächster Wert im TecDax.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,24 Prozent am Montag auf minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 144,33 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,42 Prozent auf 164,87 Zähler. Der Euro stieg auf zuletzt 1,1310 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8839 Euro. Am Mittwoch hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1237 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8899 Euro gekostet.

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