Euro auf dem tiefsten Stand seit 2012

Dax kratzt vor EZB-Sitzung erneut an 10 000 Punkten

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Frankfurt/Main - Der Dax hat zur Wochenmitte wieder erfolglos zum erneuten Sprung über die 10 000 Punkte angesetzt.

Der Dax hat zur Wochenmitte wieder erfolglos zum erneuten Sprung über die 10 000 Punkte angesetzt. Im späten Handel kam der Leitindex bis auf 6 Punkte an die vielbeachtete Marke heran, sank aber wieder und gewann letztlich 0,38 Prozent auf 9971,79 Punkte. Am Vortag hatte der Dax die symbolträchtige Hürde erstmals seit Juli zeitweise zurückerobert. Händler verwiesen auf die Passivität vieler Marktakteure vor der am Donnerstag anstehenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Der MDax mittelgroßer Unternehmen stieg am Mittwoch um 0,58 Prozent auf 17 114,79 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,82 Prozent auf 1363,44 Punkte vor.

Kornelius Barczynski, Marktanalyst beim Brokerhaus GKFX, schrieb den schwachen Handel der letzten EZB-Sitzung dieses Jahres am Donnerstag zu. „Erst dann entscheidet sich die weitere Richtung für den Dax. Sollte die EZB weitere geldpolitische Lockerungen ankündigen oder bereits in Angriff nehmen, wie auf der letzten Sitzung angekündigt, könnte das den Dax auf neue Allzeithochs katapultieren“, glaubt Barczynski.

Unter den Einzelwerten sorgten die Papiere von Evotec für Gesprächsstoff, die an der TecDax-Spitze um fast 16 Prozent zulegen konnten. Die Aussicht auf eine weitreichende Zusammenarbeit des Biotechnologieunternehmens mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi begeistert die Aktionäre.

Infineon-Papiere kletterten nach einem positiven Ausblick des US-Halbleiterunternehmens Microchip Technology mit plus 3,30 Prozent an die Dax-Spitze. Einige Händler könnten darauf setzen, dass auch die erst vor kurzem abgegebene Prognose des deutschen Wettbewerbers zu pessimistisch war, hieß es am Markt.

Adidas-Titel rutschten dagegen mit minus 2,38 Prozent ans Dax-Ende. Die britische Investmentbank Barclays hatte die Papiere wegen der jüngsten Schwäche des russischen Rubels abgestuft. Auch die Papiere von Beiersdorf und Fresenius verzeichneten nach negativen Analystenkommentaren klare Verluste.

Spitzenwert im MDax waren Salzgitter, die mit einem Plus von mehr als 3 Prozent einen kleinen Teil ihres jüngsten Kursrutsches aufholen konnten. Der Stopp des Gaspipeline-Projekts South Stream hatte den Röhrenhersteller kalt erwischt und dessen Aktien kräftig unter Druck gesetzt. Salzgitter sieht einen großen Teil des wirtschaftlichen Schadens aber durch eine Kreditversicherung gedeckt. Ein Händler gab allerdings zu bedenken, dass die in den meisten Analystenschätzungen enthaltenen Anschlussaufträge ausbleiben würden.

Beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka hat der Großaktionär gewechselt. Der Technologiekonzern Voith hält nun gut 24 Prozent der Aktien und 25,1 Prozent der Stimmrechte an dem MDax-Unternehmen. Der neue Ankeraktionär kann damit wichtige Beschlüsse blockieren. Der bislang größte Anteilseigner Grenzebach Maschinenbau ist dagegen komplett aus dem Unternehmen ausgestiegen. Die Aktie reagierte zunächst uneinheitlich auf die Nachricht, verlor dann aber 0,89 Prozent.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 0,29 Prozent auf 3247,72 Punkte. Die Leitindizes an den Aktienmärkten in Paris und London präsentierten sich nur wenig verändert. An der Wall Street verharrte der Dow Jones Industrial praktisch auf Vortagesniveau.

Am Rentenmarkt blieb die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,64 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 138,19 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,05 Prozent auf 152,34 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2331 (Dienstag: 1,2424) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8110 (0,8020) Euro.

dpa

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