Freihandelsabkommen

Schmidt: Regionale Spezialitäten bei TTIP erhalten

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Bundesagrarminister Schmidt.

Berlin - Agrarminister Schmidt sorgt mit Aussagen, dass der Schutz regionaler Spezialitäten im Zuge des Freihandelsabkommens mit den USA kippen kann, für viel Protest. Er meint: Ein Missverständnis.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat klargestellt, dass regionale Spezialitäten trotz des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA weiter geschützt werden sollen. „Mit ihm wird es keine Nürnberger Rostbratwurst made in Kentucky geben“, betonte sein Sprecher am Montag in Berlin.

„Er steht ganz klar dazu, dass die geschützten Herkunftsbezeichnungen bleiben.“ Allerdings gebe es in den Verhandlungen mit dem Amerikanern gewisse Irritationen über die Vielzahl an Siegeln und geschützten Spezialitäten in der EU. Klar sei aber, dass auch Schwarzwälder Schinken weiter geschützt bliebe.

Schmidts Sprecher betonte, der Minister setze sich dafür ein, „dass es weder Parmaschinken made in USA gibt, noch Feta-Käse aus Dänemark.“ Es gehe nicht um eine Abschaffung, sondern um mehr Schutz der Herkunftskennzeichnung: „So muss der fränkische Bocksbeutel auch Frankenwein enthalten. Und wir müssen umgekehrt auch akzeptieren, dass Wein aus dem Napa Valley auch nur dort produziert werden kann und nicht in Europa.“

Seite Mitte 2013 verhandeln rund 20 Arbeitsgruppen das Abkommen

Zuvor hatte sich der CSU-Politiker Schmidt im Magazin „Spiegel“ etwas anders geäußert und einen Sturm des Protestes ausgelöst: „Wenn wir die Chancen eines freien Handels mit dem riesigen amerikanischen Markt nutzen wollen, können wir nicht mehr jede Wurst und jeden Käse als Spezialität schützen“, hatte Schmidt betont.

Die EU schütze auch solche Spezialitäten, deren Grundstoffe nicht mehr nur in ihrer Heimatregion hergestellt werden. Seit Mitte 2013 verhandeln rund 20 Arbeitsgruppen über das TTIP-Abkommen zwischen EU und USA, durch die größte Freihandelszone der Welt sollen viele Arbeitsplätze entstehen.

Diese Produkte sind geschützt

Ob Aischgründer Karpfen, Lübecker Marzipan oder Aachener Printen: 79 Produkte aus Deutschland sind derzeit per EU-Siegel geschützt. Ihre Namen sind damit für Lebensmittel reserviert, die aus bestimmten Regionen kommen oder nach gewissen Verfahren hergestellt werden. Um anerkannt zu werden, müssen die Hersteller einen gemeinsamen Antrag bei der EU-Kommission einreichen.

Seit Ende letzten Jahres ist auch das Westfälische Pumpernickel dabei, die Bayerische Breze ist in verschiedenen Schreibweisen ebenfalls vertreten. Die luftgetrocknete Rohwurst Göttinger Stracke findet sich in der Brüsseler Datenbank neben Dresdner Christstollen, Spreewalder Gurken und Thüringer Rostbratwurst.

Dabei gibt es drei unterschiedliche Kennzeichnungen. Um die „geschützte Ursprungsbezeichnung“ zu erhalten, muss ein Lebensmittel in einem Gebiet nach einem bestimmten Verfahren erzeugt, verarbeitet und hergestellt werden. Bei der „geschützten geografischen Angabe“ muss nur eine dieser Produktionsstufen in der Herkunftsregion stattfinden. Eine „garantiert traditionelle Spezialität“ braucht nur eine traditionelle Zusammensetzung oder ein traditionelles Herstellungsverfahren aufweisen.

Vereinzelt werden auch Waren geschützt, die nicht aus Europa kommen. Unter dem Namen „Antep Baklavasi/Gaziantep Baklavasi“ firmiert etwa ein süßes Gebäck aus der Türkei.

dpa

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