Arbeitgeber fordern flexiblere Arbeitszeiten

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Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Foto: Daniel Naupold

Die Wirtschaft ist unzufrieden mit dem Arbeitszeitgesetz - sie hält es für zu starr. Bei Ministerin Nahles will sie mit Forderungen nach mehr Flexibilität durchdringen. Der DGB hat andere Vorstellungen.

Berlin (dpa) - Deutschlands Unternehmer fordern mehr Flexibilität bei den gesetzlichen Regelungen zur Arbeitszeit. "Es sollte zum Beispiel möglich sein, auch einmal über zehn Stunden hinaus zu arbeiten und den Ausgleich hierfür an anderen Tagen zu nehmen", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

Dies wolle man bei einem Dialog zu dem Thema einbringen, den Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für die kommenden Monate angekündigt hatte. Sie will im Zuge des Dialogprozesses zur Zukunft der Arbeit in diesem Jahr konkrete Vorschläge vorlegen.

Die Ankündigung der Koalition, ein Recht zur Rückkehr von einer Teil- in eine Vollzeitstelle schaffen zu wollen, kritisierte Kramer heftig. Die betrieblichen Möglichkeiten könnten nur jeweils individuell geregelt werden, sagte er. Das Arbeitszeitgesetz müsse mehr Raum für tarifliche und betriebliche Regelungen lassen. "Mindestens genauso wichtig ist, dass der Gesetzgeber nicht noch mehr als bislang schon in betriebliche Arbeitszeitgestaltungen hineinregiert."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte, mehr Flexibilität dürfe nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen. "Mehr Selbstbestimmung, größere Freiräume ja - aber dafür brauchen wir klare Regeln und einen Schutzrahmen", forderte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Kramer betonte: "Ein wichtiges Anliegen der Arbeitgeber ist ein flexibles Arbeitszeitgesetz." So sollte das Arbeitszeitrecht von einer Tageshöchstarbeit auf eine Wochenarbeitszeit umgestellt werden. "Es geht nicht darum, die Arbeitszeiten pauschal zu verlängern, sondern flexibler auf die Wochentage verteilen zu können."

Buntenbach verlangte ein "Recht auf Logoff". "Jeder muss die Möglichkeit haben, sich aus der Arbeit auch wirklich in Freizeit auszuklinken", sagte sie der dpa. Nötig seien auch bessere Mitbestimmungsmöglichkeiten. Beschäftigte bräuchten einen rechtlichen Anspruch, mitzubestimmen, wie die Arbeitszeit liegt.

Der Parteichef der Linken, Bernd Riexinger, warnte am Dienstag vor einer "Flexibilisierung der Arbeitszeit auf Kosten der Beschäftigten". Es sei "lange genug nur in eine Richtung flexibilisiert worden, und immer mehr Menschen leiden unter der Entgrenzung ihrer Arbeitszeit". Grünen-Expertin Katja Dörner sagte: "Die Burnout-Gesellschaft kann niemand wollen, deshalb ist es dringend nötig, umzusteuern. Wir brauchen ein Recht auf eine flexible Vollzeit im Rahmen von 30 bis 40 Wochenstunden."

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