Agrarminister: Keine raschen Russland-Hilfen für Bauern

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Bundesagrarminister Christian Schmidt

Berlin/Brüssel - Vom russischen Importstopp betroffene Bauern können nach Einschätzung von Bundesagrarminister Christian Schmidt nicht auf rasche Hilfen hoffen.

Zunächst seien Beratungen in Brüssel nötig, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Europa wäre für Hilfsmaßnahmen zuständig, das heißt, wir müssen uns eng mit der Kommission und den anderen Mitgliedstaaten abstimmen.“

Welche konkreten Auswirkungen die vom Kreml erlassenen Einfuhrverbote für Nahrungsmittel und Agrarprodukte aus dem Westen für die deutschen Landwirte hätten, lasse sich derzeit noch nicht näher beziffern, erklärte Schmidt: „Wir sind gerade dabei, anhand der russischen Boykott-Listen herauszufinden, welche Produkte genau betroffen sind.“

Die EU-Kommission hatte Europas Bauern am Freitag Unterstützung in Aussicht gestellt. Agrarkommissar Dacian Ciolos nannte Mittel aus einem Krisenfonds als mögliche Maßnahme. Er kündigte die Einrichtung einer Arbeitsgruppe an, um die Folgen des russischen Importverbots zu prüfen. Schmidt sagte der Zeitung, er sei in die Pläne eingebunden.

Die EU führt nach Zahlen von 2013 jährlich Agrarprodukte im Wert von 11,9 Milliarden Euro nach Russland aus. Von den jüngsten Einschränkungen betroffen sind nach Angaben der EU-Kommission Güter im Wert von jährlich 5,2 Milliarden Euro.

Aus Sicht Schmidts kommen auf die deutschen Bauern „spürbare Auswirkungen“ wegen des abgeschotteten russischen Markts zu. „Klar ist aber auch, dass wir vorerst keine Marktturbulenzen durch diese Sanktionen befürchten.“ Zudem wollen sich die EU-Staaten stärker alternativen Zielländern in Asien zuwenden. „Ich bin zuversichtlich, dass unser widerstandsfähiger Landwirtschaftssektor sich schnell hin zu neuen Märkten und Möglichkeiten orientieren wird“, sagte Ciolos.

dpa

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