Kinotrailer und Filmkritik

„Winnetous Sohn“ - herrlicher Spaß für Groß und Klein

„Winnetous Sohn“ ist eine liebevolle Hommage und die erste Produktion der Initiative „Der besondere Kinderfilm“. Hier gibt es den Kinotrailer und die Filmkritik.

Wie ein Indianer sieht Max (ein echtes Naturtalent: Lorenzo Germeno) absolut nicht aus: blond, pummelig, Brille. Vom schneidigen Winnetou und seinen Kino-Abbildern ist Max also meilenweit entfernt. Doch sieht man genauer hin, ist der Kleine zweifellos ein Häuptlingssohn: Max hat ein Herz aus Gold und ist mutig wie ein Löwe. Seine Wochenenden verbringt er am liebsten auf dem Indianerspielplatz „Evis Ranch“. Zuhause mit der Mutter Birte (Alice Dwyer) ist es nur halb so lustig, und Vater Thorsten (Christoph Letkowski) hat nach der Trennung der Eltern noch weniger Zeit für ihn als früher.

Auf der Ranch aber ist Max der große Häuptling mit einem guten Gespür für die Bedürfnisse seiner Stammesmitglieder. So begreift er instinktiv auch sehr schnell, was mit dem gleichaltrigen Morten (Tristan Göbel), einem schwarzgewandeten Zyniker, tatsächlich los ist. Als im Radio die Meldung zu hören ist, dass bei den nahe gelegenen Karl-May-Festspielen der Kinderdarsteller vom Pferd gefallen ist und man eilig Ersatz sucht, ist für Max alles klar: Er ist der neue Häuptlingssohn und beginnt sofort mit dem Textlernen für das Vorsprechen. Doch nur die Dialoge zu beherrschen genügt nicht; Reiten, Schießen und noch einiges andere muss Max außerdem lernen. Dazu benötigt er die Hilfe von Evi, seinem Vater – und von Morten.

Regisseur André Erkau verbindet in „Winnetous Sohn“ gekonnt zwei für einen Kinderfilm eher schwergängige Themen: den zaghaften Anfang einer Freundschaft unter Gleichaltrigen und den sanft beginnenden Abnabelungsprozess der Zehnjährigen von Zuhause. Dabei nimmt Erkau seinen Titelhelden trotz aller Schrullen immer ernst. Dank des konsequent durchgehaltenen Westernmotivs mitsamt Kuhweiden-Prärie, Sonnenuntergängen und Lagerfeuerromantik, verliert diese liebenswerte Hymne an das Unperfekte im Leben auch in den besinnlicheren Momenten nie an Schwung.

Die augenzwinkernde Western-Hommage ist die erste Produktion, die mit Hilfe der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ realisiert wurde, die vom Bund, den öffentlich-rechtlichen Sendern und der Filmwirtschaft gestützt wird. „Winnetous Sohn“ ist ein herrlicher Spaß für große und kleine Zuschauer (freigegeben ohne Altersbeschränkung), der auf weitere, ähnlich originelle Filme von vergleichbarer Qualität in den nächsten Jahren hoffen lässt.

von ulrike frick

„Winnetous Sohn“

mit Lorenzo Germeno

Regie: André Erkau

Laufzeit: 91 Minuten

Rubriklistenbild: © Stefan Erhard/Weltkino Filmverleih

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