Kann sie Stefan Raab ersetzen?

So wird Lena Gerckes neue Show „Prankenstein“

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Am 22. August läuft Lena Gerckes Show zum ersten Mal auf ProSieben.

Köln - Als Gewinnerin der ersten Staffel von „Germany's Next Topmodel“ wurde Lena Gercke berühmt. Fast zehn Jahre später bekommt sie beste Sendeplätze auf ProSieben. Kann sie in die Fußstapfen von Stefan Raab treten?

New York, London, Paris, Mailand - Model Lena Gercke (27) ist seit ihrem Sieg bei der Show „Germany's Next Topmodel“ im Jahr 2006 auf Laufstegen in der ganzen Welt unterwegs gewesen. Ihr Gesicht zierte die Cover zahlreicher Modemagazine. Einer ihrer letzten Halte vor wenigen Wochen: der Fußballplatz von Ottfingen, einem 2000-Seelen-Dorf im Sauerland. Dort lief sie allerdings nicht in hohen Hacken über einen schmalen Laufsteg, auch hat sie sich keinen Amateur-Fußballer des dort ansässigen Fußballvereins geangelt.

Ottfingen war vielmehr einer der Schauplätze von Lena Gerckes neuer TV-Show „Prankenstein“. Gemeinsam mit ihrem dreiköpfigen Team, bestehend aus Antoine Monot jr., Daniel Wiemer und Jan Stremmel, spielt das Model mit versteckter Kamera ahnungslosen Opfern Streiche, im Englischen nennt man so etwas einen „Prank“. Klingt schicker.

Um den perfekten Prank zu entwickeln, tüfteln und testen die Vier ihre Streich-Ideen im Vorfeld selbst - auch am eigenen Leib. Sie lassen sich hypnotisieren, experimentieren mit Schießpulver oder setzen sich Stromschlägen aus. So wie in Ottfingen, wo sie kleine Elektroden in den Schienbeinschonern der Fußballer montieren: „Das war ein ziemlich witziger Drehtag“, sagt Gercke im Interview der Deutschen Presse-Agentur am Set der neuen Show in Köln. „Wir lagen oft am Boden.“

Der Zuschauer bekommt sowohl Vorbereitung als auch den Prank an sich zu sehen. „Ich glaube, jeder Mensch ist auf eine gewisse Art und Weise schadenfroh oder hat eine kleine Ader in sich, mit der man gerne mal jemand anderem einen Streich spielt oder mal ein bisschen gemein ist“, sagt Gercke. Bei der Show steht - anders als sonst - nicht in erster Linie ihr Aussehen im Mittelpunkt: „Prankenstein ist tatsächlich eine der ersten Shows, bei denen ich auch mal eine andere Seite von mir zeigen kann“, so Gercke.

Gleich zwei Sendeplätze hat ProSieben dem erfolgreichen Model zur Primetime eingeräumt. „Prankenstein“ läuft am kommenden Samstag (22. August, 20.15 Uhr), ab Herbst wird die 27-Jährige gemeinsam mit Thore Schölermann die neue Staffel von „The Voice of Germany“ moderieren. Zuletzt hatte Gercke bei RTL unter Vertrag gestanden und neben Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Guido Maria Kretschmer in der Jury der Casting-Show „Das Supertalent“ gesessen.

Die Tatsache, dass sie ausgerechnet in einer Zeit zu ihrem alten Sender zurückkehrt, in der ProSieben-Zugpferd Stefan Raab seinen Abschied aus dem TV-Geschäft verkündet, dürfte kein Zufall sein. Der Sender braucht Ersatz, um die für die Werbevermarktung wichtige Zuschauergruppe der 14- bis 49-Jährigen bei Laune zu halten. Auch die beiden „Jungen Wilden“ Joko Winterscheidt (36) und Klaas Heufer-Umlauf (31) verpflichtete ProSieben kurz nach Raabs Ankündigung für weitere Jahre.

Dass irgendwer allerdings den Platz von Stefan Raab einnehmen könnte, daran glaubt Gercke nicht: „Nein, ich glaube, das kann gar niemand ersetzen. Und das sollte man auch nicht versuchen.“ Obwohl sie den Abschied des Showmasters bedauert, sieht sie auch Chancen für den Sender: „Natürlich entsteht eine Lücke dadurch, dass Stefan aufhört. Es entstehen aber auch neue Formate, neue Sendungen“, so das Model.

„Prankenstein“ ist so ein neues Format, das zunächst allerdings nur als einmaliges Experiment angesetzt ist. Es könnte zum Test dafür werden, ob die Zuschauer Lena Gercke auch als Unterhalterin akzeptieren. Sie kann dann nicht mehr in erster Linie mit ihrem Äußeren überzeugen, sondern muss es mit ihrer Persönlichkeit können.

Grundsätzlich könnten die Chancen dafür nicht schlecht stehen. Gercke gilt nicht als Zicke, kommt sympathisch rüber und ihre langjährige Beziehung zu Fußball-Weltmeister Sami Khedira dürfte ihrem Renommé in Deutschland auch nicht geschadet haben. Laut ProSieben plant der Sender auch jetzt schon weitere Shows zur besten Sendezeit.

Dennoch: Die Fußstapfen von Stefan Raab sind riesig. Raab gilt als Innovateur, Allrounder, der irgendwie alles kann und in den 16 Jahren bei ProSieben seine gesamte Energie in die Entwicklung neuer Formate steckte. Gercke kann sich - wie sie selbst sagt - zwar vorstellen, auch an neuen Konzepten mitzuarbeiten, doch mit ihrer Model-Karriere hat sie ein zweites wichtiges Standbein, in das sie viel Herzblut investiert. Auf die Frage hin, wo sie selbst ihre berufliche Zukunft sieht, sagte Gercke: „Das eine würde das andere nie ersetzen. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich beides einfach nicht missen wollen und beides so lange machen, wie es mir Spaß macht“.

dpa

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