Bilder voller Wucht

"Judgment": Film über illegale Schleuser

München - Stephan Komandarev erzählt in „Judgment“ von illegalen Schleusern in der Grenzregion zwischen Bulgarien und der Türkei. Sie bringen Flüchtlinge aus Syrien illegal über die Grenze in die EU.

Die Molkerei in der verarmten Grenzregion zwischen Bulgarien und der Türkei schließt, und Fahrer Mityo (Assen Blatechki) steht ohne Arbeit da. Der ausbleibende Lohn bringt den Mittvierziger und dessen Sohn Vasko bald in erhebliche finanzielle Nöte. Also heuert Mityo bei seinem Vorgesetzten aus Armeezeiten an, der Flüchtlinge aus Syrien illegal über die Grenze in die EU schleust.

Die Aktionen sind höchst riskant für alle Beteiligten – doch Mityo kommt wegen eines bislang vertuschten Geheimnisses nicht aus diesem Abhängigkeitsverhältnis heraus. Wer Skrupel besitzt, hat keine Chance. Wer Geld braucht, muss schuldig werden.

Der bulgarische Regisseur Stephan Komandarev („Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“) erzählt in seinem bildgewaltigen Vater-Sohn-Drama „Judgment – Grenze der Hoffnung“ vom Alltag im früheren Ostblock-Land Bulgarien.

Treffend, anrührend, oft nachhaltig verstörend. Perspektiven gibt es keine, Aufschwung ist nicht in Sicht. Wer halbwegs klug ist, geht so weit wie möglich fort – doch auch das muss man sich leisten können. Die Wucht der Kamera und die Aussichtslosigkeit der Geschichte erinnern ein wenig an den russischen Spielfilm „Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev, der kürzlich im Kino zu sehen war. (In München: Arena.)

ulf

„Judgment“

mit Assen Blatechki, Ina Nikolova

Regie: Stephan Komandarev

Laufzeit: 107 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Leviathan“ mochten.

Rubriklistenbild: © Snack tv

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