TV-Doku bei ZDFneo

GZSZ-Star war kokainabhängig - und will jetzt aufklären

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Eine Szene der ZDFneo-Dokumentation mit dem ehemaligen GZSZ-Star Rainer Meifert.

München - Er war jahrelang kokainabhängig - und Serienstar der RTL-Daily-Soap "GZSZ". Seit einem Jahr ist Schauspieler Rainer Meifert clean. Nun erzählt er seine Geschichte in einer TV-Doku.

"Mein Name ist Rainer Meifert. Ich komme aus Berlin, und ich bin Schauspieler. Ich hab jahrelang Kokain konsumiert, viel davon, und jetzt begebe ich mich auf die Reise der Drogen.“ Mit diesem persönlichen Geständnis beginnt die vierteilige TV-Dokumentation "Ausgekokst – mein Drogentrip", die Donnerstagabend in ZDFneo startet.

Darin kehrt der ehemalige Serienstar, der nun seit einem Jahr clean ist, an die Stationen seiner Drogenkarriere zurück, trifft in Teil eins und zwei in der Hauptstadt Drogenabhängige, Dealer, Suchttherapeuten und Drogenfahnder. In Teil drei und vier des sogenannten Social-Factual reist Meifert nach Kolumbien, um über das Leid zu berichten, das der westliche Kokainkonsum in Südamerika verursacht.

Die schonungslose Offenheit und entwaffnende Ehrlichkeit des 47-Jährigen ist der Garant dafür, dass die bewegenden Filme nicht mit einem erhobenen Zeigefinger belehren, sondern überzeugend – vor allem für die jüngeren Zuschauer – daherkommen.

Rasanter Aufstieg bei GZSZ

Zu Beginn gibt der gebürtige Norddeutsche tiefe Einblicke in sein Seelenleben: Er berichtet in nachgestellten Szenen von seinem rasanten Aufstieg bei der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten – er verkörperte von 1998 an den Arzt Dr. Jan Wittenberg und war schnell Publikumsliebling –, den Partys, dem Glamour, aber auch davon, dass er eigentlich ein introvertierter Typ ist, der nicht so gerne im Mittelpunkt steht. „Du musst dich immer verkaufen, immer gut drauf sein. Kokain fand ich damals richtig gut, es gab mir das Gefühl, unbesiegbar zu sein“, gesteht er heute.

Ein Autounfall, bei dem er 1999 fast ums Leben kam, veränderte sein Leben schlagartig. Um die Schmerzen zu betäuben, nahm er immer mehr Drogen – und geriet in einen verhängnisvollen Teufelskreis. Für den Film besuchte er seinen ehemaligen Mitbewohner, der durch einen kokainbedingten Schlaganfall halbseitig gelähmt ist.

„Ich habe gedacht, dass ich jederzeit aufhören könnte, aber das stimmt nicht“, sagt Meifert und berichtet von den Albträumen und der Paranoia, als er selbst den Entzug wagte und sich mehrere Wochen in seinem Zimmer einschließen ließ. Er trifft Therapeuten und Suchtforscher, die ihm klarmachen, dass er immer wieder rückfällig werden kann.

Was ihn davor bewahrt, sind auch die Erfahrungen, die er auf seiner Reise durch Kolumbien machte. „Wenn die Leute wüssten, wie viel unermessliches Leid der Drogenkonsum im Westen in Ländern wie Kolumbien verursacht, würden viel weniger Leute zu Drogen greifen“, sagt Meifert.

In Bogotá, der Welthauptstadt des Kokains, trifft er neben dem ehemaligen Präsidenten Cesar Gaviria auch Täter und Opfer des andauernden Drogenkrieges und begibt sich mit Sondereinheiten der Polizei nachts auf Streife im größten Drogen-Slum des Landes.

Er trifft eine Bauernfamilie, die wie sechs Millionen andere vor den Rebellen der FARC in die Slums geflüchtet ist, weil sie kein Koka anbauen wollten. Mit dem Geld aus dem Kokainhandel finanzieren die Rebellen ihren Kampf gegen die Regierung. Und er trifft einen ehemaligen Polizisten der Antidrogeneinheit, dem eine der Landminen, die die Kokafelder schützen, das Bein weggefetzt hat.

Die ergreifendste Begegnung ist jedoch die mit einer ehemaligen Kindersoldatin. Mit elf Jahren wurde sie von der FARC verschleppt, zehn Jahre war sie in der Gewalt der Rebellen und musste für sie kämpfen. „Sie bringen uns bei, dass es keinen Schmerz gibt. Dass die Liebe nicht existiert und dass wir Maschinen sind“, berichtet die heute 25-Jährige. Am Ende seines Trips steht für Rainer Meifert fest: „Diese Reise hat mein Leben verändert – für immer.“

„Ausgekokst“, Donnerstag, 20.15 Uhr, ZDFneo

dpa

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