Ab Freitag gibt’s die neue CD

Nach fünf Jahren Pause: Öha! A-ha sind zurück

+
A-ha sind wieder da!

München - In den 80ern wurden sie mit Take On Me berühmt. Nach weiteren Hits trennten sich die drei Norweger von A-ha vor fünf Jahren, nur um jetzt wieder aufzutauchen - mit einer neuen CD. Grund genug, sie zu interviewen.

Popstars kann man manchmal nicht ganz trauen. Das sagt das Trio A-ha (das Trio besteht wie eh und je aus Morten Harket (55), Magne Furuholmen (52) und Pål Waaktaar-Savoy (53)) selbst. Eine neue CD ist ab Freitag im Handel (Cast On Steel), eine Tour folgt. Das Leben lasse sich nicht planen, erklären die Norweger, ungefähr so wenig wie Beziehungen. 

Vor fünf Jahren kam die Trennung. Woher der Sinneswandel?

Harket: Wir blickten damals auf 25 gemeinsame Jahre zurück, A-ha war ein wichtiger Teil unseres Lebens. Aber wir merkten, dass wir auch noch andere Dinge tun mussten. Die Entscheidung 2010 gab uns die Möglichkeit, den Kopf wieder klar zu bekommen. Die Presse fragte uns: „Kommt ihr eines Tages zurück?“ Wir antworteten: „Wer weiß?“

Furuholmen: Das Gute am Aufhören ist die Chance, neu anzufangen.

Mit Comebacks seid Ihr in der Pop-Welt ja nicht allein …

Harket: Manche Leute glauben, ein Comeback habe etwas Fragwürdiges an sich – als ob es eine Agenda dahinter gebe. Man kann aber immer das Gegenteil tun: getrennt bleiben oder eben erneut zusammenkommen.

Ist das Trio A-ha denn wieder lebendig? Oder steht das frische Album „Cast in Steel“ zunächst einmal nur für eine vorläufige Kooperation?

Harket: Ich habe früh klargemacht: Es ist ein Zwei-Jahres-Projekt, das uns die Möglichkeit gibt, ein Album aufzunehmen und damit auf Tour zu gehen. Doch das heißt nicht, dass es damit enden muss.

Haben die jüngsten Soloprojekte auch das neue A-ha-Album mitgeprägt?

Furuholmen: Alles, was wir tun, definiert und prägt uns. Einige der eigenen Sachen finden also hoffentlich ihren Weg zurück in den Mix.

Waaktaar-Savoy: Wir drei waren über weite Strecken unseres Lebens Künstler und Musiker. Das macht uns aus. Es ist nicht so, dass eine Sache immer zur anderen führt – es ist halt das Leben.

Ihr arbeitet jedoch meist an unterschiedlichen Orten. Wie organisiert man da die ganzen Proben und den Ideenaustausch für ein neues Album?

Harket: Mit Songschreiber-Romantik hat das wenig zu tun. Pål hat sich in New York eingerichtet, ich arbeite von Stockholm aus, Magne in Oslo oder London. Wir schicken uns die Stücke einfach zu.

Welche persönlichen Erinnerungen und Ansichten stecken im Titelsong „Cast In Steel“?

Waaktaar-Savoy: Er handelt vom Älterwerden. Ist man jung, erscheint einem alles stärker in Schwarz-Weiß. Wir sind nun in einer anderen Lebensphase, und alles erscheint ein wenig beweglicher. Doch obwohl sich vieles ändert, spürt man dieselbe Leidenschaft wie früher.

Kommen die Ideen für Eure Songs von selbst, auf natürliche Weise?

Waaktaar-Savoy: „Natürlich“ ist ein lustiges Wort. Ja, bei diesem Album kamen die Ideen einfach. Manchmal hat man aber auch das Gefühl, einen Song schreiben zu müssen. Ist man noch Anfänger in dem Metier, jagt man Songs. Es braucht Zeit, bis sie „natürlich“ kommen.

Welche anderen Bands beeinflussen Euch, und wen beeinflussen A-ha?

Furuholmen: Seltsam, wenn man bedenkt, woher wir kommen: Als wir aufwuchsen, wollte keiner von uns Popmusik machen. Wir hörten keinen Pop. Dennoch wurden wir 1985/86 eines der bekanntesten Pop-Trios. Heute zitieren uns Kollegen, die wir sehr hoch schätzen – seien es experimentelle Bands wie Radiohead oder Weltstars wie Coldplay.

Gibt es Pläne für die Zeit nach 2017?

Harket: Bisher nicht. Es ist uns wichtig, über unsere Zeit selbst zu bestimmen. Wir sind in mancherlei Hinsicht gescheitert, weil wir nie gute Planer waren. Man braucht eine Balance von Plan und Freiraum.

Ihr werdet nun aber vorsichtiger im Ankündigen von Abschiedstouren?

Harket: Pause statt Ende wäre 2010 der bessere Begriff gewesen. Unsere Antwort lautet: Spekuliert ruhig weiter! (lacht) Hört euch das Album an und entscheidet, ob es ein hinreichender Grund für unsere Rückkehr ist.

Furuholmen: Für mich war 2010 durchaus das Ende von etwas. Aber nun steht die Musik an erster Stelle. Mir war nicht bewusst, etwas zu vermissen, bis wir im Studio waren. Zurück auf vertrautem Terrain.

… wobei sich dieses Terrain zugleich frisch und neu anfühlte?

Harket: Oh ja. Auch Paare und Beziehungen gehen manchmal auseinander – um danach umso enger zueinander zu finden. Man muss erst wissen, dass man wirklich aufgehört hat, ehe man zu neuen Ufern aufbrechen kann.

Jan-Henrik Petermann

Kommentare

Meistgelesen

ARD erklärt: Warum die Freiburg-News nicht in der Tagesschau kam
ARD erklärt: Warum die Freiburg-News nicht in der Tagesschau kam
Lombardi-Ticker: „Die ganze Wahrheit“? Von wegen!
Lombardi-Ticker: „Die ganze Wahrheit“? Von wegen!
Dschungelcamp 2017: Die Sendezeiten stehen jetzt fest
Dschungelcamp 2017: Die Sendezeiten stehen jetzt fest
Darum verabschiedete sich Ingo Zamperoni in Gebärdensprache
Darum verabschiedete sich Ingo Zamperoni in Gebärdensprache
„Ein Herz für Kinder“-Gala sammelt mehr als 18 Millionen Euro
„Ein Herz für Kinder“-Gala sammelt mehr als 18 Millionen Euro