Wintersport-Wochenende

Biathleten, Rodler und Frenzel obenauf

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Der überragende Biathlet des Wochenendes: Simon Schempp feiert in Pokljuka gleich zwei Siege.

München - Die deutschen Winter-Stars bejubeln am Wochenende Erfolge in verschiedenen Disziplinen. Vom schwer gestürzten Matthias Mayer gibt es dagegen keine guten Nachrichten.

Kurz vor Weihnachten haben die deutschen Wintersportler am Wochenende noch einmal abgeräumt. Die Biathleten Simon Schempp und Laura Dahlmeier feierten ebenso Siege wie Kombinierer Eric Frenzel und die Rodler Felix Loch und Natalie Geisenberger.

Biathlon: Schempp und Dahlmeier jubeln

Simon Schempp avancierte mit seinem Doppel-Sieg in Sprint und Verfolgung im slowenischen Pokljuka zum überragenden Mann des Wochenendes. Dass am Sonntag im Massenstart "nur" Rang vier folgte, störte den Schwaben wenig. "Die letzten Wochen verliefen einfach traumhaft. Heute war nochmal ein schöner Abschluss", sagte der 27-Jährige, der mit 331 Punkten Rang drei im Gesamtweltcup belegt. Einzig Martin Fourcade (384) und Björndalen (337) sind besser.

Auch bei den Frauen räumten die deutschen Starter ab, Laura Dahlmeier feierte am Samstag ihren vierten Weltcupsieg. Im Massenstart musste sich Dahlmeier dagegen mit dem elften Platz zufrieden geben. Beste Deutsche beim Sieg von Kaisa Mäkäräinen (Finnland) wurde Vanessa Hinz (Schliersee) als Neunte.

Kombination: Frenzel erstmals ganz oben

Eric Frenzel hat im vierten Wettkampf des Winters seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der Olympiasieger aus Oberwiesenthal setzte sich in Ramsau/Österreich mit einem Vorsprung von 10,2 Sekunden auf den erst 18 Jahre alten Norweger Jarl Magnus Riiber durch. Manuel Faißt (Baiersbronn) komplettierte als Dritter mit dem ersten Podestplatz seiner Karriere das hervorragende deutsche Ergebnis.

"Den Sieg widme ich meinen beiden Söhnen, weil ich nicht so oft zu Hause sein kann", sagte Frenzel im ZDF. Lillehammer-Sieger Fabian Rießle (Breitnau) belegte Rang sechs und bleibt damit im Kampf um das Gelbe Trikot mit 249 Punkten knapp hinter dem führenden Norweger Magnus Krog (257), der Fünfter wurde.

Rodeln: Geisenberger und Loch schneller als die Konkurrenz

Erst siegte Natalie Geisenberger, dann auch Felix Loch: Die deutschen Top-Rodler nutzten in Calgary die letzte Chance des Jahres eindrucksvoll. "Es ist schon cool, endlich mal wieder ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen", sagte Loch (Berchtesgaden) nach seinem Triumph vor dem Amerikaner Chris Mazdzer und Wolfgang Kindl aus Österreich.

Geisenberger (Miesbach) hatte zuvor das zuletzt so starke US-Duo Erin Hamlin und Summer Britcher auf die Plätze verwiesen und mit dem "schönen Weihnachtsgeschenk" ihren schwächsten Saisonstart seit acht Jahren vergessen lassen. Sechs Wochen vor der Heim-WM am Königssee war es ein wichtiges Signal an die Rodel-Elite.

Skispringen: Prevc springt allen davon

Peter Prevc hat das letzte Kräftemessen vor der Vierschanzentournee überlegen gewonnen. Während der Slowene beim Weltcup in Engelberg seinen dritten Sieg in Folge feierte, flogen Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) und Richard Freitag (Aue) auf den Rängen sechs und sieben knapp am Podest vorbei. Acht Tage vor dem Tournee-Start in Oberstdorf gelang Prevc im zweiten Durchgang mit 142 m sogar ein Schanzenrekord.

"In dieser Form ist er schwer zu schlagen", sagte Bundestrainer Werner Schuster im ZDF. Prevc siegte mit überragenden 304,2 Punkten vor dem Österreicher Michael Hayböck (284,8) und Kenneth Gangnes aus Norwegen (279,8). Domen Prevc, erst 16 Jahre alter Bruder von Peter und am Samstag überraschend Zweiter, belegte den fünften Rang.

Ski alpin: Rebensburg und Neureuther verpassen Podium

Viktoria Rebensburg Vierte, Felix Neureuther Achter: Auch ohne Podestplatz waren die deutschen Ski-Rennläufer zufrieden mit dem Wochenende. "Im Großen und Ganzen ist das ein super Ergebnis für mich" sagte Rebensburg im französischen Courchevel. Rang vier war ihr bestes Resultat in diesem Winter, nur um 0,21 Sekunden fuhr sie am Siegertreppchen vorbei. Dort stand Eva-Maria Brem (Österreich) ganz oben.

Neureuther vergab derweil beim Riesenslalom in Alta Badia das Podium. "Die Erwartungen sind schon höher, vor allem, wenn man die Woche davor noch Zweiter und Dritter geworden ist", sagte er. Der Sieg ging wieder einmal an Marcel Hirscher aus Österreich. Dominik Schwaiger (Königssee) holte mit Rang 19 das beste Resultat seiner Karriere.

Ski alpin: Saison für Sturzopfer Mayer gelaufen

Für Ski-Olympiasieger Matthias Mayer (25) aus Österreich ist die Saison nach seinem schweren Sturz bei der Weltcup-Abfahrt am Samstag auf der Saslong in Gröden/Italien vorzeitig beendet. Wie der Österreichische Skiverband mitteilte, waren "die Verletzungen leider doch schlimmer als ursprünglich angenommen".

Der Goldmedaillengewinner von Sotschi 2014 war auf einer Welle nach den legendären Kamelbuckeln schwer gestürzt und anschließend mit einem Hubschrauber zunächst nach Bozen geflogen worden. Von dort wurde er nach Innsbruck gebracht, wo genauere Untersuchungen eine Fraktur des sechsten und siebten Brustwirbels ergaben.

Skilanglauf: Zwei deutsche Top-Ten-Plätze im Sprint

Denise Herrmann und Hanna Kolb sorgten im italienischen Toblach mit zwei Top-Ten-Platzierungen im Sprint für das Highlight aus deutscher Sicht. "Ich bin froh, dass es mit dem Finale geklappt hat. Es geht Schritt für Schritt voran", sagte Herrmann, die am Samstag im italienischen Toblach mit Rang sechs ihr bestes Saisonergebnis verbuchte. Kolb belegte bei der Generalprobe für die Tour de Ski sogar den fünften Rang.

Bei den Distanzrennen am Sonntag war das DSV-Team aber chancenlos. Überragend präsentierten sich erneut die Norweger Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby, die ihre Favoritenrolle für den am 1. Januar beginnenden Saisonhöhepunkt mit Tagessiegen eindrucksvoll untermauerten.

sid

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