Red Bulls und Grizzlys vor Finaleinzug

Topfavorit München nicht zu stoppen - Nürnberg hofft

+
Die Münchener freuen sich über das 0:3 gegen den Kölner Torwart Gustaf Wesslau.

Köln - Nach dem 5:1 in Köln fehlt Vorrundensieger Red Bull München nur noch ein Erfolg zum Finaleinzug. Auch die Grizzlys Wolfsburg wollen am Freitag ihr Halbfinale gegen Nürnberg beenden.

Die rund 20 mitgereisten Münchner Fans formten hoch oben auf der Tribüne eine Polonaise, unten auf dem Eis zelebrierten ungefähr genauso viele Red-Bull-Profis meisterliches Eishockey. Beim souveränen 5:1 im vierten Play-off-Halbfinale bei den Kölner Haien unterstrich der Vorrundensieger der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eindrucksvoll seine Ansprüche auf den ersten Titel, die Begeisterung in der bayerischen Fußball-Metropole hält sich jedoch in Grenzen.

Erst zweimal war die altehrwürdige Olympia-Eishalle in den Play-offs mit 6142 Zuschauern ausverkauft. Am Freitag (19.30 Uhr, bei Merkur.de im Live-Ticker) können die Münchner mit dem vierten Sieg in der Best-of-seven-Serie den ersten Finaleinzug der Klubgeschichte perfekt machen. Von einer Eishockey-Euphorie wie in Köln, wo selbst an einem Mittwochabend über 15.000 Fans die Haie anfeuerten, können sie nur träumen.

Stehend, klatschend und singend nahm der KEC-Anhang Abschied von seiner Mannschaft, die am Ende ihrer Kräfte die Überlegenheit der Roten Bullen anerkennen mussten. „Das war sehr frustrierend“, gab Stürmer Johannes Salmonsson zu. Auch wenn Nationalspieler Alexander Weiß „am Freitag wieder zurückkommen“ will, ist der mit den Brause-Millionen von Red Bull aufgeputschte EHC München nicht mehr zu stoppen.

„Wenn wir einmal in Führung liegen, ist es für jeden Gegner schwer zurückzukommen“, sagte Nationalspieler Dominik Kahun treffend. Den vierten deutschen Eishockey-Meister aus München - nach dem MTV 1922, dem EC Hedos 1994 und den Barons 2000 - können wohl nur noch die Grizzlys Wolfsburg stoppen, die am Freitag (19.30 Uhr/ServusTV) gegen die Nürnberg Ice Tigers ebenfalls Matchball haben.

Von der unnötigen 4:5-Pleite nach 3:0-Führung am Dienstag in Nürnberg wollen sich die Niedersachsen nicht aus dem Konzept bringen lassen. „Es war nur ein Spiel. Wir werden daraus wieder lernen, zurückkommen und ganz ruhig ins nächste Spiel gehen“, sagte Trainer Pavel Gross.

Ein Deja-vu soll es nicht geben: Vor einem Jahr hatte Wolfsburg im Halbfinale gegen den späteren Meister Adler Mannheim dreimal nach einer Drei-Tore-Führung noch verloren. Diesen Fehler wollen die Grizzlys nicht wiederholen. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen“, mahnte Kapitän Tyler Haskins: „Wir müssen immer weitermachen.“

Gleiches erwartet Don Jackson von seinen Münchnern. Beim Auswärtssieg am Mittwochabend habe sein Team „viel strukturierter“ gespielt als beim 1:5 an selber Stelle fünf Tage zuvor. In der Defensive kompakt, im Spiel nach vorne blitzschnell und vor dem Tor gnadenlos effektiv - viel besser kann man ein Play-off-Spiel auf fremdem Eis nicht absolvieren.

Der letzte Schritt ins Finale soll daheim in der Olympia-Eishalle am Freitag erfolgen - mit einem ähnlich perfekten Spiel. „Wir wollen wieder von Anfang an da sein“, sagte Doppeltorschütze Jerome Samson, „und dann weiterrollen.“

Die Playoffs der DEL 2016 - alle Infos und Termine

Wie Sie die DEL Playoffs 2016 live sehen, erfahren Sie im TV Guide. Außerdem haben wir für Sie alle wichtigen Infos zu den DEL Playoffs 2016 zusammengefasst.

SID

Kommentare

Meistgelesen

Rosberg: „Ich will jetzt nur noch feiern und die Sau raus lassen“
Rosberg: „Ich will jetzt nur noch feiern und die Sau raus lassen“
„Haben zweiten Feind“: Hoeneß poltert prompt wieder los
„Haben zweiten Feind“: Hoeneß poltert prompt wieder los
So wird Nico Rosberg in Abu Dhabi Formel-1-Weltmeister
So wird Nico Rosberg in Abu Dhabi Formel-1-Weltmeister
Bruder des toten Magdeburg-Fans hält rührende Stadion-Rede
Bruder des toten Magdeburg-Fans hält rührende Stadion-Rede
Motorrad-Star Rossi zu Rosbergs Rücktritt: „Bewerbe mich“
Motorrad-Star Rossi zu Rosbergs Rücktritt: „Bewerbe mich“