Auf dem Sprung

Nächster Deutscher in die NBA?

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Tibor Pleiß könnte demnächst in der NBA landen.

Salt Lake City - Das Personalkarussell in der NBA drehte sich, vor allem die Oklahoma City Thunder stellten Teile ihrer Rotation neu auf - am 19. Februar war Trade-Deadline. Das betraf dann auch einen Deutschen.

2010 schon wurde Tibor Pleiß von den (damals noch) New Jersey Nets im Draft (bei dem alljährlich die besten Nachwuchsspieler von Vereinen ausgewählt werden) der NBA gezogen und gleich zu den Oklahoma City Thunder transferiert. Seitdem hat der 25-Jährige aber kein einziges Spiel in der NBA absolviert. Er spielte bis 2012 in Bamberg, wechselte dann nach Spanien zu Caja Laboral, wo er seine beste Zeit bisher hatte. Seit der Saison 2014/15 spielt Pleiß für eine der besten Mannschaften Europas - den FC Barcelona. Und obwohl seine Minuten aufgrund der üppigen Center-Rotation limitiert sind, kommt er in knapp 14 Minuten durchschnittlicher Spielzeit auf sechs Punkte, vier Rebounds und 0,2 Assists pro Spiel. Seine Präsenz in Barcelona und seine guten Leistungen in der Vergangenheit haben NBA-Teams auf ihn aufmerksam werden lassen.

Rechte jetzt bei den Utah Jazz

Seit dem Draft 2010 lagen die Rechte an Tibor Pleiß bei Oklahoma City, seit dem 19. Februar bei den Utah Jazz. In einem Trade (Transfergeschäft), der unter anderem Enes Kanter und Steve Novak nach OKC bringt, gingen die Rechte an Tibor Pleiß an die Utah Jazz. Die liegen zurzeit auf Platz 12 in der Western Conference, realistische Chancen auf die Playoffs sind schon lange weg. Mit Enes Kanter haben sie zudem einen Spieler der "großen Positionen" (Power Forward und Center, auch genannt Frontcourt) abgegeben - Platz für Tibor Pleiß? Könnte sein. Denn mit Rudy Gobert haben die Utah Jazz nur noch einen echten Center im Team - eine recht dünne Rotation. So könnte man theoretisch den Platz hinter Gobert mit Tibor Pleiß füllen.

OKC brauchte Pleiß nicht

Die Center-Rotation bei den Oklahoma City Thunder hätte bis vor kurzem auch noch genügend Platz für Tibor Pleiß gehabt - jetzt nicht mehr, weswegen OKC die Rechte wohl abgegeben hat. Mit Steven Adams, Enes Kanter, Serge Ibaka, Nick Collison und Mitch McGary haben die Thunder einen recht breit aufgestellten Frontcourt, der sich in der NBA schon bewiesen hat - auch, wenn bis auf Ibaka alle nicht zur absoluten Spitze gehören.

Chance für Pleiß

Wenn die Jazz Pleiß zu sich holen, ist die Chance für den Deutschen groß, sich auf Dauer zu etablieren. Pleiß hat in der europäischen Spitze bewiesen, dass er mithalten kann. Der Sprung vom FC Barcelona in die NBA ist bei weitem nicht so groß wie beispielsweise aus der deutschen Basketballliga. Noch stehen zwei Center im Kader der Jazz: Eben erwähnter Rudy Gobert und Kendrick Perkins, der im Transfergeschäft mit Oklahoma nach Utah kam. Der Vertrag mit Perkins soll aber Medienberichten zufolge aufgelöst werden - Platz für Pleiß, da Utah im Frontcourt dünn besetzt ist. Die Mannschaft an sich ist auch noch sehr jung, die Möglichkeit, auf viele Spielminuten zu kommen, ist wohl so groß wie in keinem anderen Team. Es liegt nun an den Jazz, ob sie auf den deutschen Center setzen wollen.

Anton Hirschfeld

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