Krause schreibt Geschichte

Doping, Bronze, Speerwurf-Drama: Bewegter Tag in Peking

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Am Ende "nur" Vierter: Speerwerfer Thomas Röhler.

Peking - Auf 3000 Meter gewinnt Hindernis-Läuferin Gesa Krause Bronze. Genau die blieb Speerwerfer Thomas Röhler verwehrt. Überschattet wurde der Tag aber von den ersten Doping-Verdachtsfällen.

Die einzige deutsche Langstrecken-Läuferin bei dieser WM holte Gesa Felicitas Krause völlig überraschend Bronze. Der beste deutsche Speerwerfer Thomas Röhler dagegen wurde trotz eines Weltklasse-Wettkampfs nur Vierter. Am Tag der ersten positiven Doping-Tests bei den Weltmeisterschaften in Peking haben die deutschen Leichtathleten am Mittwoch die komplette Bandbreite der Emotionen erlebt.

Krause schlug nach ihrem dritten Platz über 3000 Meter Hindernis und einer persönlichen Bestzeit von 9:19,25 Minuten vor Freude die Hände vors Gesicht. In einem spannenden Schlussspurt waren nur die Kenianerin Hyvin Kiyeng Jepkemoi (9:19,11) und die Tunesierin Habiba Ghribi (9:19,24) noch schneller als sie. „Bronze - das klingt wirklich super. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere“, sagte die erst 23 Jahre alte EM-Dritte von 2012. „Dieses Rennen war sehr taktisch geprägt und am Anfang auch sehr langsam. Erst auf dem letzten Kilometer wurde es dann richtig schnell.“

Auch Speerwerfer Röhler hatte seine Arme schon zum Jubeln hochgerissen. Fünf seiner sechs Versuche flogen im Olympiastadion von Peking weiter als 86 Meter. Die Bestmarke von 87,41 Metern reichte am Ende aber trotzdem nicht zu einer Medaille, weil der neue Weltmeister Julius Yego aus Kenia den weitesten Wurf seit 14 Jahren hinlegte (92,72) und noch einem weiteren Afrikaner der Wettkampf seines Lebens gelang: Der Ägypter Ihab Abdelrahman El Sayed wurde mit 88,99 Metern Zweiter. Bronze holte der finnische Routinier Tero Pitkämäki, der Röhler ebenfalls noch übertraf.

„Es war ein krasser Wettkampf, wir haben gekämpft bis zum Letzten“, sagte der 23-Jährige aus Jena. Seine Enttäuschung über den vierten Platz hielt sich deshalb auch in Grenzen. „Ich schnitz' mir eine wunderbare Holzmedaille“, sagte er - und erwies dem neuen Weltmeister Yego seinen Respekt: „Wir wussten, dass er Speerwerfen kann.“

Zwei weitere Goldmedaillen für Kenia haben aber zumindest an diesem Tag einen Beigeschmack. Denn der Leichtathletik-Weltverband bestätigte am Mittwoch, dass die beiden kenianischen Läuferinnen Joyce Zakary und Koki Manunga positiv getestet und vorläufig suspendiert wurden. Kontrolleure der IAAF hätten die beiden am 20. und 21. August und damit kurz vor dem WM-Beginn in ihrem Hotel aufgesucht und zur Doping-Probe gebeten, hieß es in einer Mitteilung. Dabei flogen die beiden auf.

Zakary ist die kenianische Rekordhalterin über 400 Meter, zu ihrem Halbfinallauf in Peking trat sie am Dienstag ohne Angabe von Gründen nicht mehr an. Manunga wurde über 400 Meter Hürden Zweite bei den afrikanischen Meisterschaften. Bei der WM schied sie bereits in den Vorläufen aus.

Die Läufer-Nation Kenia stand bereits im Mittelpunkt der großen Doping-Enthüllungen, die die ARD und die britische Zeitung „Sunday Times“ im Vorfeld dieser Weltmeisterschaften recherchiert hatten. Danach schienen die ersten offiziellen Fälle in Peking nur eine Frage der Zeit zu sein.

Am Donnerstag schaut die Leichtathletik-Welt aber wieder auf das große Duell zwischen Usain Bolt und Justin Gatlin. Dann kommt es nur vier Tage nach Bolts 100-Meter-Sieg zur großen Revanche über die doppelte Distanz. „Ich freue mich auf dieses Rennen. Ich bin bereit“, sagte der Superstar nach den Halbfinals am Mittwoch. Bolt selbst gewann sein Rennen in 19,95 Sekunden vor dem Südafrikaner Anaso Jobodwano (20,01). Der Weltjahresbeste Gatlin lief in 19,87 Sekunden vor Alonso Edward (Panama/20,02) ins Ziel.

dpa

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