Zidane mit Meisterbrief zum VfL: "Spiel durchbringen"

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Madrids Trainer Zinedine Zidane geht mit Rückenwind in das Spiel gegen Wolfsburg. Foto: Peter Steffen

Der VfL Wolfsburg gilt in der Champions League als Glückslos für Real. Nach dem Sieg der Madrilenen im Clásico beim FC Barcelona ist das Team von Trainer Zinédine Zidane mehr denn je Favorit. Doch nicht nur Toni Kroos warnt.

Wolfsburg (dpa) - Ein Bild mit Symbolcharakter? Als Zinédine Zidane am Dienstagabend über Real Madrids Champions-League-Gegner VfL Wolfsburg sprach, ging das Licht aus.

Für rund eine Minute saß der Trainer der Königlichen vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch im Dunkeln. Dies soll im Spiel beim krassen Außenseiter Wolfsburg am Mittwoch nicht passieren. "Wir sind Real Madrid und wir wollen unser Spiel durchbringen", sagte der Real-Coach entschlossen.

Der einstige Weltklassefußballer kämpft gerade an der Seitenlinie dafür, das Starensemble um Cristiano Ronaldo dauerhaft zu trainieren. Dafür legte Zidane gerade erst seine Meisterprüfung beim 2:1-Prestigesieg im Clásico beim spanischen Meister und Champions-League-Sieger FC Barcelona ab. "Der Sieg war schon sehr wichtig", bekräftigte Zidane auch im Hinblick auf seine Situation.

Die Stimmen, die bis dahin Zweifel an den Qualitäten des Franzosen als Trainer zum Ausdruck gebracht hatten, sind vorerst verstummt. Der frühere Clubpräsident Ramón Calderón hatte erst kürzlich unter Anspielung auf Zidanes vorige Tätigkeit bei Reals B-Mannschaft gelästert: "Der Trainer kommt aus der 3. Liga." Der unverhoffte Erfolg der Madrilenen beim Erzrivalen Barça stärkte jedoch nicht nur Zidane den Rücken, sondern auch die Moral des gesamten Teams.

Schon vor dem Spiel in Wolfsburg war der zehnmalige Europacupgewinner der große Favorit. "Nach dem Siegtor von Cristiano Ronaldo im Camp-Nou-Stadion werden die Wolfsburger nun noch mehr Angst vor Real haben", prophezeite das Madrider Sportblatt "As".

Weltmeister Toni Kroos warnte davor, dass Selbstvertrauen und Zuversicht in Überheblichkeit umschlagen können. "Wenn wir im Real-Team denken, dass wir nach dem Sieg in Barcelona locker in Wolfsburg gewinnen, wird es sehr, sehr ungemütlich für uns", sagte der Mittelfeldspieler der "Bild" (Dienstag). "Wir müssen alles geben, um weiterzukommen." Zidane bekräftigte dies am Abend. "Wir werden mit Sicherheit Schwierigkeiten bekommen", prophezeite der Coach, der einige personelle Wechsel in Aussicht stellte.

Sein Erfolgsrezept dürfte er gegen "die körperlich starken und im Angriff sehr schnellen" VfL-Profis aber kaum ändern. Um Real auf Erfolgskurs zu bringen, hatte Zidane Ersatzmann Carlos Casemiro in die Startelf geholt und vor die Abwehr positioniert. "Wir stehen jetzt sehr sicher. Das ist ein Schlüssel zum Erfolg", meinte der brasilianische Abwehrspieler Marcelo.

Sein Landsmann Casemiro entlastete die Innenverteidiger und erlaubte es den Mittelfeldspielern Kroos und Luka Modric, sich mehr ins Angriffsspiel einzuschalten. Das Opfer des Schachzugs ist James Rodríguez, für den Real eine Ablösesumme von etwa 80 Millionen Euro gezahlt hatte. Der Kolumbianer, ein brillanter Techniker und die Entdeckung der WM 2014, ist seither nur noch Ersatz. Mit Casemiro in der Startelf errang Real sechs Siege nacheinander.

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