Wolfsburger Auftaktsieg mit Schönheitsfehler

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Julian Draxler schoss seinen neuen Club zum Sieg. Foto: Peter Steffen

Ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum Minimalziel Achtelfinale in der Champions League ist für den VfL Wolfsburg gemacht. Manager Allofs war nach dem 1:0 gegen ZSKA Moskau dennoch sauer.

Wolfsburg (dpa) - Der 1:0-Zittersieg des VfL Wolfsburg zum Auftakt der Champions-League-Saison gegen ZSKA Moskau hinterließ nicht nur Zufriedenheit beim Vizemeister. Sportchef Klaus Allofs war aufgrund der schwachen Zuschauerresonanz angefressen.

Trotz drückender Überlegenheit verpasste der VfL zudem einen höheren Sieg. Anlass zur Freude gab aber Matchwinner Julian Draxler - der 35-Millionen-Euro-Mann machte bei seinem Heimspieldebüt für den VfL mit seinem fünften Champions-League-Tor den Sieg perfekt.

DIE SZENE DES SPIELS

Nur anderthalb Spiele Anlauf brauchte Draxler, um beim VfL anzukommen. In der 40. Minuten drückte der frühere Schalker eine tolle Flanke von Max Kruse im zweiten Anlauf über die Linie. Nach einem schwachen Einstand für Wolfsburg beim 0:0 in Ingolstadt war der Weltmeister am Dienstag auffälligster Spieler auf dem Platz, strahlte gleichermaßen Abgeklärtheit und Dominanz aus. "Viel zu meckern gibt es nicht", sagte Draxler selbst zu seinem Heimdebüt.

DER AUFREGER

Sechs Jahre lang spielte der VfL nicht mehr in der Champions League. Nach einer tollen Saison mit Vizemeisterschaft und Pokalsieg kamen trotzdem offiziell nur 20 126 Zuschauer. "Das ist enttäuschend, ja", gab Manager Allofs unumwunden zu: "Das hat die Mannschaft nicht verdient." Woran es lag? Das wusste auch Allofs nicht, der Sportchef kündigte aber an: "Das werden wir angehen."

DAS TRAINERDEBÜT

Der VfL ist zurück in Europas Fußball-Elite, Trainer Dieter Hecking erstmals dort angekommen. Als "Einschnitt in der Trainerkarriere" bezeichnete der 51-Jährige vor dem Spiel sein bevorstehendes Debüt. "Das Drumherum ist schon intensiver", sagte er anschließend. Während des Spiels war die Aufregung aber verflogen: "Letztendlich war es doch 'Business as usual'".

DER TAKTIKKNIFF

Erstmals spielte der VfL in einem 4-1-4-1-System mit einem offensiven Spieler mehr als sonst. "Wir wollen variabel sein", begründete Allofs die Umstellung des Trainers, der dafür einen defensiven Mann vor der Abwehr opferte. "Julian Draxler und André Schürrle können bei dem System noch mehr in die Spitze gehen", meinte Hecking selbst. Tatsächlich führte das Mehr an Offensivkraft zu drückender Überlegenheit. Daraus machte der VfL aber zu wenig. Draxler brachte es auf den Punkt: "Sehr verdienter Sieg, nur nicht hoch genug."

DIE AUSSICHT

Der vermeintliche Gruppenfavorit Manchester United mit Bastian Schweinsteiger verlor 1:2 in Eindhoven. "Wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir ein anderes Ergebnis in Eindhoven gewünscht. Manchester steht jetzt schon unter Druck", sagte Hecking. Und beim englischen Rekordmeister tritt der VfL in zwei Wochen an. "Da ist es wichtig, dass man schon mit drei Punkten dasteht", befand Hecking.

DER SPRUCH DES TAGES

"Ich habe die Hymne vor dem Spiel gar nicht mitbekommen. Ich musste erstmal gucken, wo die ganzen Zuschauer sind." Das sagte Allofs mit ironischen Worten zur schwachen Zuschauerresonanz.

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