Serie ausgebaut

Wolfsburg siegt und bleibt Bayern auf den Fersen

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Wolfsburgs Ivica Olic (r) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen den Hamburger SV mit Kevin De Bruyne, Hamburgs Nicolai Müller (l) sieht zu.

Wolfsburg - Mit dem achten Pflichtspielsieg in Serie bleibt der VfL Wolfsburg in der Bundesliga an Spitzenreiter FC Bayern München dran.

Die Fans feierten Trainer Dieter Hecking auf einem Plakat als „Bayern-Jäger“, die Spieler hüpften ausgelassen über den Rasen, und der Manager lobte den besten Vorbereiter Europas in den höchsten Tönen: Beim VfL Wolfsburg herrschte nach nach dem achten Pflichtspiel-Sieg in Folge pure Euphorie.

Nach einer erneut bärenstarken Leistung bezwangen die „Wölfe“ den überforderten Hamburger SV hochverdient mit 2:0 (1:0) und befinden sich mit vier Punkten Rückstand weiter auf Schlagdistanz zum Rekordmeister aus München. Die Vorarbeit zu den Toren von Ivica Olic (27.) und Aaron Hunt (63.) gab wieder der seit Wochen überragende Kevin de Bruyne.

Der Belgier hat nun bereits neun Tore in dieser Saison eingeleitet, in den großen europäischen Ligen hat nur Cesc Fabregas vom FC Chelsea genauso viele. In Deutschland kam zuletzt der Bremer Diego vor acht Jahren nach elf Spielen auf eine solche Quote.

Bei der hohen Ablösesumme - die aber „nicht so hoch gewesen sei, wie immer geschrieben“ (22 Millionen, d. Red.) - habe man „nie geschluckt“, sagte Manager Klaus Allofs bei Sky: „Wir wollten ihn unbedingt haben und sind sehr froh, dass wir ihn bekommen haben.“

Auch Torschütze Hunt war voll des Lobes für den den Vorbereiter: „Wenn Kevin ins Laufen kommt, ist es für jeden Gegenspieler schwer, ihn aufzuhalten“, sagte er. Dies gelte momentan für den gesamten VfL, meinte Allofs, dem vor allem „die Art und Weise“ gefiel, wie seine Mannschaft spielte: „Wenn wir dann noch gut stehen, ist es schwer, gegen uns zu gewinnen.“ Trotz der 23 Punkte müsse es „immer weitergehen“. Olic fand es derweil noch „zu früh“, um den VfL als Bayern-Jäger auszurufen.

Hamburgs Dennis Diekmeier sprach derweil von „blöden Toren“ und meinte: „Wir wollten auftreten wie in der letzten Woche. Das ist uns leider nicht gelungen“. Darüber müsse man „intern reden“.

Drei Tage nach dem 5:1 in der Europa League gegen FK Krasnodar bot der VfL vor 30.000 Zuschauern offensiv wie defensiv eine äußerst souveräne Vorstellung. Beim harmlosen HSV sind dagegen die Abstiegssorgen nach der sechsten Saisonniederlage wieder größer geworden.

Hamburgs Trainer Joe Zinnbauer vertraute der siegreichen Startelf vom 1:0 gegen Bayer Leverkusen vor einer Woche. Bei den Wolfsburgern erhielt Hunt nach seinem Europacup-Doppelpack gegen Krasnodar eine Chance von Beginn an. Der Mittelfeldspieler erwischte genau wie seine Teamkollegen einen guten Start, das gestiegene Selbstvertrauen war den kombinationsfreudigen VfL-Profis deutlich anzumerken.

Chancen blieben anfangs aber Mangelware, weil der HSV die Räume sehr eng machte. Auch die Offensiv-Abteilung um Kapitän Rafael van der Vaart arbeitete in der Rückwärtsbewegung diszipliniert. Mit der ersten guten Chance gingen die Hausherren dennoch verdient in Führung: Olic fälschte einen Schuss von de Bruyne unhaltbar für HSV-Keeper Jaroslav Drobny ins Tor ab.

Das 1:0 gab Wolfsburg zusätzlichen Rückwind, der erneut auffällige de Brunye verpasste fünf Minuten später nur knapp den zweiten Treffer. Die Hamburger ließen sich immer mehr in die eigene Hälfte drängen. Der in der ersten Halbzeit völlig abgemeldete Stürmer Pierre-Michel Lasogga sah zudem wegen eines Frust-Fouls die Gelbe Karte (45.).

Nach dem Seitenwechsel kam Hamburg mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine. Innenverteidiger Heiko Westermann (50.) in seinem 300. Bundesligaspiel und Lasogga (59.) köpften jedoch jeweils knapp über das Tor. Durch den Offensivdrang ergaben sich aber Räume für die Wolfsburger.

War Olic zunächst bei zwei guten Möglichkeiten (56. und 60.) gescheitert, machte es Hunt in der 63. Minute besser. Der Ex-Bremer musste den Ball nach überragender Vorarbeit von de Bruyne nur noch einschieben.

sid

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