Vor Top-Spiel der Bundesliga

De Bruyne zu Bayern? Das sagt Allofs

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Klaus Allofs über den schwierigen Start des VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München.

Wolfsburg - Und jetzt auch noch die Bayern. Vor dem Bundesliga-Start gegen den FC Bayern München steht Verfolger Wolfsburg unter Druck. Ausgerechnet der Tod von VfL-Profi Malanda soll gegen die Bayern helfen.

Am Freitag eröffnen die beiden besten Teams in Deutschland die Bundesliga nach der Winterpause. In einem Interview mit dem kicker spricht Klaus Allofs über die Untersuchungen der Uefa, drohende Spielerverkäufe und den Tod von VfL-Profi Junior Malanda.

Wolfsburg hatte erst vor wenigen Tagen am Begräbnis teilgenommen, viele Spieler weinten bittere Tränen. Doch Klaus Allofs gibt sich kämpferisch. "Man könnte denken, dass dieses Unglück uns schaden kann. Ich glaube aber, dass diese Situation dazu führt, dass wir uns noch schneller entwickeln werden", sagt VfL-Manager über den Unfall-Tod des jungen Spielers. Allofs hat keine Angst vor dem ersten Spiel nach dem Unglück: "Wir werden vorbereitet sein." Im vielleicht schwersten Spiel des Jahres warten ausgerechnet die Bayern, auf deren Wunschzettel Allofs selbst lange stand.

Allofs verrät, dass Uli Hoeneß ihn lange nach München lotsen wollte. Und dass der Bayern-Macher für ihn lange ein Vorbild war: "Auch ich habe geschaut, wie er sich in gewissen Situationen verhalten hat." Doch der Bayern-Zug sei für ihn endgültig abgefahren, sagt Allofs. Aber: "Ich bereue es nicht". Statt selbst zu Bayern zu gehen, hatte Allofs in seiner Bremer Zeit viele Spieler an Bayern verloren: Valerien Ismael, Miroslav Klose, Claudio Pizarro, sie alle wechselten nach München. Auch ein VfL-Star wird immer wieder mit Bayern in Verbindung gebracht.

"Natürlich kann er bei Bayern spielen" 

Die derzeit so erfolgreiche Mannschaft ist in Gefahr, weiß Allofs: "Wir werden welche ziehen lassen müssen". Wolfsburg hat clever eingekauft: Mit Luiz Gustavo und Kevin De Bruyne unzufrieden Spieler von Top-Clubs losgeeist. Vor allem De Bruyne spielt in Wolfsburg groß auf. Den Belgier bezeichnet Allofs als "Glücksfall". Doch der Manager weiß, er wird den Jungstar nicht ewig halten können. Und, dass Bayern bei De Bruyne zuschlagen könnte. "Natürlich kann er bei Bayern spielen. Aber Kevin braucht auch das richtige Umfeld, die richtige Rolle. Die hat er bei uns. Ich weiß nicht, ob er ins Konzept von Guardiola passt. Bei Mourinho hat's nicht gepasst." Und anders als Wolfsburg können "die Bayern auch glückliche Spieler holen", weiß Allofs. 

Der Platz zwei hinter dem FC Bayern ist für VfL-Manager Allofs nur eine Momentaufnahme. Und er freut sich über den Erfolg des Konkurrenten, die Liga könne davon nur profitieren, ist er überzeugt. Aber: "Wenn der Meister in den nächsten zehn Jahren Bayern heißt, dann wäre es nicht gut. Aber das glaube ich auch nicht." Wenn Bayern stolpern sollte, dann möchte Wolfsburg da sein. Das wird aber nur möglich sein, wenn die Uefa grünes Licht für das "Modell Wolfsburg" gibt.

Wegen Financial Fairplay: Wolfsburg im Visier der Uefa

Die Uefa hat den Verein derzeit im Visier und überprüft das Verhältnis zu Sponsor VW, Stichwort Financial Fairplay. Allofs ist sich sicher: "Wir haben sehr plausible Begründungen für den Umfang des Engagements geliefert." Falls die Uefa nicht überzeugt ist, könnten Geldstrafen oder Transfersperren drohen. "Dann wäre die Vormachtstellung der Bayern nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich zementiert", befürchtet Allofs.

Wolfsburg ist zwar in der Tabelle auf Platz zwei hinter Bayern, doch für Allofs ist der Abstand riesig. "Zu sagen, wir wollen es den Bayern gleichtun, fällt schon in den Bereich der Träume", sagt der Manager. Wenigstens für 90 Minuten möchte Wolfsburg mit Bayern am Freitag auf Augenhöhe sein.

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