Hoffnung schwindet, Verzweiflung wächst beim HSV

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Hamburgs Torwart Rene Adler geht vom Platz. Foto: Carmen Jaspersen

Beim HSV macht sich Verzweiflung breit. Das Gründungsmitglied der Bundesliga bleibt auch nach dem Trainerwechsel Tabellenletzter. Der neue Trainer Labbadia versucht, Optimismus zu verbreiten.

Hamburg (dpa) - Bruno Labbadia hat seine Prinzipien als Fußball-Trainer für die besondere Rettermission beim Hamburger SV über den Haufen geworfen.

"Eigentlich bin ich mir untreu geworden. Ich wollte nie irgendwo für zehn Spiele oder weniger einsteigen. Die Ausnahme mache ich nur für den HSV", sagte der 49 Jahre alte Coach des Fußball-Bundesligisten. Tags zuvor hatte seine neue Mannschaft mit 0:1 im Nordderby gegen Werder Bremen verloren.

Seit neun Spielen sind die Hamburger nunmehr ohne Sieg. Seit 586 Minuten haben sie kein Tor geschossen. Selbst der vierte Trainerwechsel der Saison hat nicht geholfen. Auch mit Labbadia bleibt das Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga Tabellenletzter und steht vor dem erstmaligen Fall in die 2. Liga. Torwart René Adler klang reichlich verzweifelt: "Wir brauchen auch mal Glück", rief er.

Es gibt nicht viel, was den HSV-Fans Hoffnung gibt. Die Hamburger spielten in Bremen kompakter und aggressiver, doch das allein wird nicht reichen, um den Abstieg zu verhindern. Sie hätten "als Team gearbeitet", wie Adler zu Recht befand. Nur nach vorne geht aber weiter nichts.

"Ich kann mit den fast 600 Minuten nichts anfangen", antwortete Labbadia auf die Frage nach der andauernden Offensivschwäche. Aber auch der zurückgekehrte Coach musste feststellen: "In diesem Spiel haben wir keine Riesenmöglichkeiten gehabt."

Er sehe "natürlich, was fehlt", sagte der ehemalige Stürmer: "Doch wir können nicht alles verändern." Labbadia war nicht entgangen: "Was gefehlt hat, waren in der Offensive die richtig klaren Entscheidungen im richtigen Moment." Pierre-Michel Lasogga, in der Vorsaison mit seinen Toren noch der Retter, blieb wirkungslos.

Der neue Schwung durch einen neuen Trainer droht schnell zu verpuffen. Labbadia gab sich große Mühe, Optimismus zu verbreiten. Grund dafür gibt es eigentlich nicht. "Ich kann nur sagen, dass ich daran glaube", versicherte der Coach. Er spüre, "dass die Mannschaft alles versuchen wird". Das es "schwer wird, ist ganz normal".

Labbadia gab das Motto für die nächsten Tage aus. "Man darf nur kurz enttäuscht sein", betonte der Rückkehrer auf der HSV-Bank: "Man darf nicht lange hadern. Die Zeit haben wir nicht." Zu allem Überfluss fehlen dem Coach in der nächsten Partie gegen Augsburg die gesperrten Valon Behrami und Lewis Holtby. "Ich gehe davon aus, dass er nur ein Spiel gesperrt wird", meinte Labbadia über Behrami.

Vermutlich wird Rückkehrer Johan Djourou den am Knie verletzten Cleber in der Innenverteidigung ersetzen. Der Brasilianer erlitt einen Kapselanriss und fällt voraussichtlich drei Wochen aus. Die beiden Rekonvaleszenten Marcelo Diaz und Dennis Diekmeier joggten am Montag lediglich. Labbadia kämpferisch: "Wir werden eine Mannschaft aufs Feld bringen, die gewinnen will." Sein Verteidiger Heiko Westermann verspricht für Samstag Besserung: "Dann werden wir gegen Augsburg gewinnen."

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