Kein Startplatz für DFB-Kapitän

Van Gaal: Schweinsteiger „nicht fit genug“

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Bei Bastian Schweinsteiger reicht es noch nicht für einen Platz in der Startelf von Trainer Louis van Gaal.  

Manchester - DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger wird das Auftaktspiel seines neuen Klubs Manchester United in der Premier League am Samstag gegen Tottenham Hotspur nicht in der Startelf bestreiten.

Das Urteil von Louis van Gaal über seinen „Wunschspieler“ Bastian Schweinsteiger war gnadenlos: „Er kam erst im letzten Moment aus seinem Urlaub zu uns, weshalb ich denke, dass er nicht fit genug ist. Wir müssen seine Fitness verbessern“, sagte der Teammanager vom englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United über den DFB-Kapitän.

26 Stunden vor dem Saisonstart in der Premier League war damit klar: Für Schweinsteiger (31) ist der Traum vom ersten Startelf-Einsatz für United im „Theater der Träume“ gegen Tottenham Hotspur am Samstag (13.45 Uhr/Sky) geplatzt. Auf der Doppel-Sechs dürften Michael Carrick und Morgan Schneiderlin spielen - an der grundsätzlichen Wertschätzung van Gaals für den ersten Deutschen bei den Red Devils ändert das aber nichts: Der 18 Millionen Euro teure Zugang vom FC Bayern, der am Freitag seine angestammte Rückennumer 31 erhielt, soll im Titelkampf zum Trumpf des Niederländers werden.

„Er ist ein fantastischer Spieler“, schwärmte Kapitän Wayne Rooney von dem neben Schweinsteigers Weltmeister-Kollegen Per Mertesacker und Mesut Özil prominentesten von sieben Deutschen in der Liga, „ich bin sicher, dass er ein guter Spieler für uns sein wird.“ United-Verteidiger Luke Shaw nannte den neuen Kollegen eine „unglaubliche Legende“, die „im Kampf um Titel entscheidend sein wird“.

Auch bei den Fans steht Schweinsteiger hoch im Kurs. Ein Foto, das den jugendlichen „Schweini“ an der Seite seines Bruders Tobi im United-Trikot zeigt, ist bei den Anhängern der Hit, viele sehen in ihm einen neuen Roy Keane. Der echte Keane meinte aber, United sei auch mit Schweinsteiger „nicht stark genug“ für den Titel.

Van Gaal widersprach. „Wir sind viel besser als vergangenes Jahr“, sagte er, und prophezeite „eine gute Saison“. Für die hat der Vorjahresvierte knapp 100 Millionen Euro in fünf Neuzugänge investiert - nur Emre Cans FC Liverpool (110) gab für Roberto Firmino und Co. mehr aus. United dürfte den Erzrivalen aber noch überholen: Stürmer Pedro vom FC Barcelona soll kommen, dazu ist Jasper Cillesen (Ajax Amsterdam) als Nachfolger von David de Gea im Gespräch - der Torhüter, der zu Real Madrid will, wird am Samstag nicht spielen.

Insgesamt gab die reichste Liga der Welt bislang rund 740 Millionen Euro (Bundesliga: 270) für Sommertransfers aus und erwirtschaftete dabei ein Minus von über 260 Millionen Euro (BL: -27). Arsenal trat mit einer Investition von 14 Millionen für Petr Cech bescheiden auf, doch der von Titelverteidger FC Chelsea gekommene Keeper soll die Gunners zum Meisterschaftskandidaten machen. „Wir müssen mehr bringen als im letzten Jahr, aber es wäre falsch, nicht das Maximale zu wollen“, sagte Mertesacker. Der 1: 0-Erfolg im Supercup („Community Shield“) gegen Chelsea steigerte das Selbstvertrauen noch.

Chelseas Teammanager Jose Mourinho sieht „mindestens fünf Titelkandidaten“, die Konkurrenz werde „stärker und stärker“. Schärfster Herausforderer ist wohl Manchester City mit dem neuen britischen Rekordtransfer Raheem Sterling (62,5 Millionen Euro), dessen Trainer Manuel Pellegrini „absolut sicher“ ist, dass sich die Himmelblauen den Titel zurückholen. Das wäre aus Sicht von Schweinsteigers United der GAU - und viel schlimmer als ein Platz auf der Bank für den prominentesten Neuen beim Saisonstart.

SID

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