Wechsel offiziell bestätigt

Schweinsteiger in Manchester - Beckenbauer: "Sehr mutig"

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Bastian Schweinsteiger spielte 17 Jahre für den FC Bayern. 

München - Jetzt ist es offiziell: Bastian Schweinsteiger hat einen Vertrag für drei Jahre bei Manchester United unterschrieben. Schon am Freitag könnte er sein Debüt im United-Trikot geben.

Im frisch geschneiderten Clubanzug begann für Bastian Schweinsteiger ein neuer Lebensabschnitt bei Manchester United. Kurz nach der Unterschrift unter einen Dreijahresvertrag trat der 30-Jährige am Montag schon seine erste Dienstreise mit dem englischen Fußball-Rekordmeister an. „Ich fühle mich bereit für diese neue und aufregende Herausforderung in der stärksten Liga der Welt“, sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vor dem Start einer Testspiel-Tournee in den USA.

Zuvor hatte er den Medizin-Check bei den „Red Devils“ bestanden und damit die letzte Hürde für einen Wechsel auf die Insel überwunden. Es folgte ein Termin beim Clubschneider, ehe sich das Team schließlich auf den Weg Richtung Seattle machte. Dort könnte Schweinsteiger wie auch der französische 35-Millionen-Neuzugang Morgan Schneiderlin am Freitagabend sein United-Debüt im Testspiel gegen Club America aus Mexico geben.

„Manchester United ist der einzige Club, für den ich München hätte verlassen wollen“, sagte Schweinsteiger, der einst auf Kinderfotos im United-Trikot posiert hatte. Coach Louis van Gaal, schon in seiner Zeit bei den Bayern ein Förderer des Nationalspielers, verwies auf die lange Liste von Schweinsteigers Erfolgen. „Er ist der ultimative Profi, es gibt keinen Zweifel an seinem Talent und seiner Fähigkeit, Spiele zu kontrollieren“, sagte der niederländische Fußballlehrer.

Insgesamt überweist United mindestens 15 Millionen Euro Ablöse nach München. Unter Pfiffen der Fans hatte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstag bei der offiziellen Team-Präsentation den Weggang der Club-Ikone verkündet. 17 Jahre trug Schweinsteiger das Trikot der Münchner, 18 große Vereinstitel gewann er mit dem deutschen Rekordchampion. Der Mittelfeldspieler sei „in einem Atemzug mit Franz Beckenbauer und Gerd Müller zu nennen“, sagte sein früherer Trainer Jupp Heynckes dem „Kicker“ (Montag).

Auch DFB-Chef Wolfgang Niersbach sieht Schweinsteigers Wechsel als Verlust für die Bundesliga. „Mir fällt der Gedanke schwer, ihn nicht mehr in Deutschland zu haben“, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Wichtige Motivation für den DFB-Kapitän sei aber wohl eine möglichst optimale Saison vor der EM im kommenden Jahr. „Ich weiß von ihm, dass er nächstes Jahr auf jeden Fall noch Europameister werden will“, sagte Niersbach.

Unter Bayern-Trainer Pep Guardiola hätte Schweinsteiger in der neuen Saison wohl nicht mit einem Stammplatz rechnen können. Bei van Gaal sieht der Routinier womöglich größere Einsatzchancen. „Ich habe meine Zeit bei Bayern durchweg genossen, es war eine unglaubliche Reise, und die Entscheidung für einen Wechsel habe ich mir nicht leicht gemacht“, sagte Schweinsteiger.

Für Irritationen sorgte allerdings Schweinsteigers Auftritt in einem Werbe-Video für einen Kopfhörer-Hersteller. In dem professionellen Clip ist sein Abschied aus München das Thema. Zumindest fraglich erscheint, ob das Video tatsächlich erst kurzfristig produziert wurde oder Schweinsteiger seinen Entschluss nicht doch schon länger getroffen hatte.

Franz Beckenbauer hat ohnehin Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung. „Ich finde es sehr mutig, in diesem Alter noch einen derartigen Schritt zu tun“, sagte der Bayern-Ehrenpräsident der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). In München kenne man Schweinsteiger, „wir wissen, was er drauf hat. In England ist das nicht so“, meinte Beckenbauer.

dpa

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