Peps Gegenentwurf: Ancelotti "wie am ersten Schultag"

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Pep Guardiola kehrte erstmals an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Foto: Andreas Gebert

Carlo Ancelotti und Pep Guardiola im direkten Vergleich: Der Kontrast zwischen dem aktuellen Bayern-Trainer und seinem spanischen Vorgänger wird beim emotionalen Freundschaftskick besonders deutlich.

München (dpa) - Carlo Ancelotti war bei seiner Heimpremiere als neuer Trainer des FC Bayern "aufgeregt wie am ersten Schultag". Manchester Citys Pep Guardiola empfand das rasche Wiedersehen mit München wie eine Rückkehr "nach Hause".

Alle Emotionen und Sentimentalitäten verdeutlichten beim Testspiel am Mittwochabend jedoch in erster Linie, wie unterschiedlich die Star-Trainer doch sind. Hier der meist mit verschränkten Armen in der Coaching Zone wachende Ancelotti, dort sein wild gestikulierender Vorgänger Guardiola.

"Das ist einfach unterschiedlich. Jeder ist charakterlich verschieden", beschrieb Kapitän Philipp Lahm die gravierende Veränderung an der Seitenlinie. Ancelotti empfinde er "als sehr angenehm, aber das heißt nicht, dass ich mit Pep keine angenehme Zeit hatte. Ich bin mit beiden sehr gut zurecht gekommen."

Ancelotti und Guardiola kommen ebenfalls gut miteinander aus. Das wurde vor dem Freundschaftskick deutlich, als sich der Italiener und der Spanier herzlich umarmten. Das wurde auch nach dem 1:0 (0:0) deutlich, als die beiden Champions-League-Sieger plaudernd die Pressekonferenz betraten. Gerade der eher pragmatische denn visionäre Ancelotti wird aber dafür gelobt, wie ungezwungen er selbst Weltstars wie Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic geführt hat.

Mit dem Weltverein FC Bayern verfolgt der 57-Jährige aus der Emilia-Romagna natürlich nur die höchsten Ziele. "Ich glaube, dass wir zusammen sehr viel erreichen können", erklärte Ancelotti. "Wir wissen, dass wir einen tollen Kader haben. Wir wollen überall mitmischen, auf allen Ebenen." Seine Heimpremiere gegen "ein starkes Team wie Manchester City" beschrieb Ancelotti hochcharmant: "Ich war aufgeregt wie am ersten Schultag."

Auf erschöpfte EM-Fahrer wie Manuel Neuer oder Thomas Müller verzichtet Ancelotti auf der anstehenden USA-Tournee komplett. Sie sollen sich erholen - ihrem neuen Chef werden es die Nationalspieler sicher danken. "Am 5. August sind alle da", versicherte Ancelotti. "Dann ist noch genug Zeit, uns vorzubereiten." Lahm lobte die erste Woche unter Ancelotti. "Die Arbeit bis jetzt ist sehr, sehr angenehm, man kann sich gut austauschen", bemerkte der 32-Jährige. Er sei ein "hervorragender Trainer. Die Arbeit ist top".

Erste Erkenntnisse aus dem hochkarätigen Test konnte Ancelotti ziehen. Auch Lahm bemerkte Modifikationen von Guardiolas stets gepredigtem Ballbesitz-Fußball. "Man hat gesehen, dass wir ein bisschen anders spielen als zuletzt, dass wir teilweise so einen Mix haben aus Pressing und ein bisschen abwartender sind", erläuterte er.

So manches von Guardiolas Arbeit wird sich auch im künftigen System von Ancelotti wiederfinden. Der Spanier umbeschrieb die Diskussion um das mögliche Erbe eines Coaches so: "Wenn Carlo in drei, vier, fünf Jahren hier nicht mehr Trainer ist, wird der neue Trainer etwas Spezielles von Carlo übernehmen", versicherte der kühle Stratege Guardiola, der das Wiedersehen mit den alten Bekannten als denkwürdig empfand. "Ich hatte bei der Landung ein besonderes Gefühl, es war wie nochmals nach Hause zu kommen", meinte er. Der FC Bayern München ist inzwischen allerdings das Zuhause von Carlo Ancelotti.

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