Nordderby-Aufreger Papierkugel, Kung-Fu-Wiese, HSV-Trauma

Mai 2008: Bremens Torwart Tim Wiese streckt HSV-Spieler Ivica Olic im Sprung mit seinem gestreckten Bein nieder. Foto: Marcus Brandt
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Mai 2008: Bremens Torwart Tim Wiese streckt HSV-Spieler Ivica Olic im Sprung mit seinem gestreckten Bein nieder. Foto: Marcus Brandt
Mai 2009: Werder-Manager Klaus Allofs mit der ominösen Papierkugel. Foto: Kay Nietfeld
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Mai 2009: Werder-Manager Klaus Allofs mit der ominösen Papierkugel. Foto: Kay Nietfeld
Halbfinale im DFB-Pokal 2009: Die Bremer besiegten in Hamburg den HSV im Elfmeterschießen mit 3:1. Foto: Marcus Brandt
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Halbfinale im DFB-Pokal 2009: Die Bremer besiegten in Hamburg den HSV im Elfmeterschießen mit 3:1. Foto: Marcus Brandt
September 1989: HSV-Abwehrspieler Ditmar Jakobs verletzt an einem Karabinerhaken, der sich in seinen Rücken gebohrt hatte. Foto: Carsten Rehder
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September 1989: HSV-Abwehrspieler Ditmar Jakobs verletzt an einem Karabinerhaken, der sich in seinen Rücken gebohrt hatte. Foto: Carsten Rehder
November 1971: Die Bremer mussten in den Ausweichtrikots des HSV antreten. Foto: Lothar Heidtmann
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November 1971: Die Bremer mussten in den Ausweichtrikots des HSV antreten. Foto: Lothar Heidtmann

103 Spiele haben der HSV und Werder Bremen in der Bundesliga gegeneinander absolviert. Keine Rivalen haben mehr. Die Geschichte der Nordderbys steckt voller Aufreger.

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV und Werder Bremen treffen sich am Freitag zum 104. Nordderby. Mal war's rustikal, mal giftig, mal tragisch, mal komisch. Nun ist es existenziell.

Werder Bremen steht auf dem Relegationsrang, der HSV liegt nur drei Punkte davor auf Platz zwölf. Verlieren die Hamburger, sind sie wieder mittendrin im Abstiegskampf. In der langen Historie der Derbys gibt es einige, die im Gedächtnis haften bleiben.

DREI AUF EINEN STREICH 

2009 war Werder ein einziger Alptraum für den HSV. Binnen 19 Tagen kassierten die Hamburger in vier Spielen gegen Bremen Niederlagen in drei Wettbewerben. Werder verbaute den ungeliebten Hamburgern im Halbfinale des UEFA-Cups den Finaleinzug. Werder warf den HSV aus dem DFB-Pokal. Und Werder verhinderte, dass die Hamburger sich in der Meisterschaft einen Champions-League-Startplatz sichern konnten. "Dieses Trauma wird aus der Geschichte des HSV nicht mehr zu tilgen sein", jammerte damals Club-Chef Bernd Hoffmann. "Wir haben den Hamburgern alles versaut, was man ihnen versauen kann", frohlockte der damalige Werder-Kapitän Torsten Frings.

PAPIERKUGEL

Im UEFA-Cup-Halbfinale 2009 sorgte eine Papierkugel für die Entscheidung. Eine von einem Hamburger Fan geworfene Pappkugel lenkte an der Außenlinie den Ball zur Ecke ab. Prompt folgte das dritte Bremer Tor (Endstand 2:3). Noch heute schwören die HSV-Fans: "Die Kugel war abseits." Der HSV verpasste den Einzug ins UEFA-Cup-Finale. Dort verlor Werder gegen Schachtor Donezk.

KUNG FU

Werder-Torhüter Tim Wiese wurde 2008 durch einen brutalen Kung-Fu-Tritt gegen HSV-Angreifer Ivica Olic zur Hassfigur der HSV-Fans. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelte. Das Verfahren wurde eingestellt. Vor den Derbys zündelte der Keeper: "Wir müssen dem HSV auf den Sack geben."

KARRIERE-AUS

Einen dramatischen Moment erlebte HSV-Verteidiger Ditmar Jakobs 1989. Bei einem Rettungsversuch rutschte der Nationalspieler ins eigene Tor und bohrte sich einen Karabinerhaken der Netzverankerung in den Rücken. Es dauerte 20 Minuten, bis er befreit wurde. Wegen der schweren Verletzung musste Jakobs seinen Karriere beenden.

KLATSCHE

6:0 fertigte Werder Bremen den HSV 2004 ab. Es war das Jahr, als Werder letztmals deutscher Meister wurde. Die Klatsche war die höchste für den HSV in der Geschichte des Nordderbys. Damals erzielte der heutige Werder-Trainer Viktor Skripnik ein Tor per Elfmeter. Der höchste HSV-Sieg steht bei 5:0 (1980).

TIEFPUNKT

Der Tiefpunkt in der Nordderby-Historie wurde 1982 erreicht. Damals starb der 16 Jahre alte Bremer Anhänger Adrian Maleika nach einem Überfall durch HSV-Hooligans.

FREMDE FEDERN

Für die Bremer Mannschaft war es eine Demütigung ersten Ranges. Weil ihre Trikots nicht von denen der Hamburger zu unterscheiden waren, mussten sie im November 1971 beim Erzrivalen deren Ersatz-Leibchen mit der Raute auf der Brust anziehen. Der HSV gewann mit 2:1.

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