Entscheidung früh gereift

Schock! Philipp Lahm macht Schluss

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Philipp Lahm (r.) und Bundestrainer Joachim Löw.

München - Schock für alle Fußballfans: Philipp Lahm tritt nach dem WM-Gewinn als Nationalspieler zurück. Sein Berater bestätigt einen entsprechenden Medienbericht.

Diese Nachricht überrascht! Fünf Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien hat DFB-Kapitän Philipp Lahm seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Die Entscheidung, seine DFB-Karriere nach dem WM zu beenden, sei bereits im Herbst vergangenen Jahres gereift, so Lahm - völlig unabhängig vom Ausgang des Turniers in Brasilien. Lahm hat seinen Rücktritt damit begründet, dem Team nach zehn Jahren nicht mehr entscheidend weiterhelfen zu können.

Dass es dann mit dem Gewinn des WM-Pokals geklappt habe, sei eine glückliche Fügung gewesen: "Ich bin glücklich und dankbar, dass mein Karriereende in der Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien zusammenfällt."

Die Reaktionen des FC Bayern auf den Lahm-Rücktritt

Lahm unterrichtete Bundestrainer Joachim Löw am Montagmorgen während des Frühstücks von seinem Entschluss. Am Freitagmorgen rief Lahm DFB-Präsident Wolfgang Niersbach an und teilte ihm die Nachricht mit.

„Er war in den zehn Jahren bei der Nationalmannschaft nicht nur ein herausragender Spieler, sondern immer ein absolutes Vorbild. Ich habe ihm für all das gedankt, was er für den DFB geleistet hat“, erklärte Niersbach in einer Mitteilung auf der DFB-Homepage. Er habe in dem Telefonat „sehr schnell gemerkt, dass es aussichtslos ist, ihm seine Entscheidung ausreden zu wollen“.

Rekorde für Lahm nicht wichtig

Die Entscheidung passt aber zu Lahm. Der 30-Jährige gilt als absoluter Perfektionist. Noch hat er die 100-prozentige Leistungsfähigkeit. Ihm ist bewusst, dass diese bald nachlassen werde. Dem wolle er rechtzeitig entgegensteuern. Nun wird Lahm den Fokus voll auf den FC Bayern legen, wo er noch ein bis 2018 gültiges Arbeitspapier besitzt.

Dass Lahm mit seinen 113 Länderspielen nicht an Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus (150) vorbeizieht, ist für den FCB-Kapitän absolut zweitrangig und nicht von Relevanz. Stolz ist er aber auf die Tatsache, dass er in allen Partien im DFB-Dress von der ersten Minute an auf dem Rasen stand. Derzeit befindet sich Lahm im 14-tägigen Urlaub und will seinen Entschluss sacken lassen.

Lahm bestritt beim WM-Finale am Sonntag gegen Argentinien (1:0 n.V.) sein 113. und letztes Länderspiel. Danach reckte er im legendären Estadio Maracana als vierter deutscher Spielführer nach Fritz Walter (1954), Franz Beckenbauer (1974) und Lothar Matthäus (1990) den WM-Pokal in die Höhe. Andeutungen über einen bevorstehenden Abschied vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) hatte Lahm in den Tagen nach dem Triumph nicht gemacht.

Seine DFB-Karriere begann am 18. Februar 2004 mit einem 2:1-Sieg in Kroatien. Der Profi des FC Bayern München erzielte in seiner über zehnjährigen Nationalmannschafts-Karriere fünf Tore.

mg/mic/dpa

Philipp Lahm: Seine DFB-Karriere in Bildern

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