Pleite könnte Folgen haben

Muss Schalke den Khedira-Coup abhaken?

+
Sami Khedira (r.) im Zweikampf mit Schalkes Max Meyer.

Gelsenkirchen - Die Niederlage von Schalke im Sechs-Punkte-Spiel gegen Bayer Leverkusen könnte schwerwiegende Folgen haben.

Der wohl zweite Champions-League-Abschied innerhalb von knapp zwei Wochen hat Schalke 04 auch im Kampf um Weltmeister Sami Khedira zum klaren Außenseiter gemacht. Vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen hatte Sportvorstand Horst Heldt noch ausführlich geschwärmt, Khedira habe „viele Tugenden, die für Schalke wichtig sein könnten“. Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen befand er, „dass es nicht der Ort ist, um darüber zu reden“. Und im Aktuellen Sportstudio des ZDF erklärte er später scheinbar schon resignierend, dass Khedira „einen auslaufenden Vertrag und viele Möglichkeiten hat“.

Die Chancen auf den Coup sind auf ein Minimum gesunken. Denn Schalke, das elf Tage zuvor trotz eines 4:3 bei Real Madrid und Khedira aus der Champions League ausgeschieden war, wird im nächsten Jahr wohl nicht an der Königsklasse teilnehmen. Die Europa League ist für den 27-Jährigen, der mit Madrid im vergangenen Sommer die Champions League gewann, sicher wenig reizvoll. Zumal er woanders wohl mehr verdienen könnte als auf Schalke.

Dabei zeigte die Niederlage im Sechs-Punkte-Spiel gegen Bayer, dass S04 ihn absolut gebrauchen könnte. Die „jungen Wilden“ wie Timon Wellenreuther - beim Gegentor von Karim Bellarabi (35.) erneut unglücklich - oder Leroy Sane (beide 19) - mit einer Auswechslung vor der Pause abgestraft - können die Last noch nicht tragen. Der vor Khedira als Anführer auserkorene Kevin-Prince Boateng ist in diese Rolle nie hineingewachsen. Leistungsträger wie Klaas-Jan Huntelaar oder Roman Neustädter befinden sich im Leistungs-Loch.

Im Liga-Endspurt hoffen Heldt und Trainer Roberto Di Matteo erst einmal auf die Rückkehr gestandener Spieler. Gegen Bayer fehlten gleich acht, darunter die Weltmeister Benedikt Höwedes und Julian Draxler oder Stammtorhüter Ralf Fährmann. „Wir müssen mit Optimismus in die Zukunft schauen. Wenn die meisten Spieler zurück sind, sieht es besser aus“, betonte Di Matteo, der sich immerhin über das Comeback von Jefferson Farfan nach 344 Tagen freuen durfte.

Dennoch glaubt in Gelsenkirchen kaum noch jemand an den vierten Champions-League-Einzug in Folge. „Das wird sehr, sehr schwierig“, sagte Di Matteo. Und auch Heldt wirkte ernüchtert: „Wir haben ein Sechs-Punkte-Spiel verloren“, sagte er: „Ein Unentschieden wäre noch halbwegs verkraftbar gewesen. Aber so ist es ein herber Rückschlag.“ Zumindest versprach Heldt, „dass wir uns nicht abschreiben lassen und nicht die Flinte ins Korn werfen“. Doch in acht Spielen muss Schalke nun sechs Punkte auf Leverkusener aufholen, die selbst Heldt als „vom Kopf und Körper gefestigter“ einstufte.

Doch im direkten Duell mit Bayer hatten die Gelsenkirchener auch Pech. Nach einem Rückpass von Ömer Toprak hätten sie Freistoß im Strafraum und nach einem Handspiel von Roberto Hilbert Strafstoß bekommen müssen. In Sachen Handspiel „nervt es, dass es immer Auslegungssache ist“, schimpfte Heldt. Und ergänzte mit bitterem Schmunzeln: „Und Rückpässe haben schon ganze Meisterschaften entschieden.“ Das erfuhr Schalke 2001, als ein indirekter Freistoß der Bayern ihnen in letzter Sekunden den Titel entriss. Der Schiedsrichter von damals, Markus Merk, stufte die Aktion vom Samstag übrigens als „technischen Fehler“ ein.

sid

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
Bruder des toten Magdeburg-Fans hält rührende Stadion-Rede
Bruder des toten Magdeburg-Fans hält rührende Stadion-Rede
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“