Ärger über Tiefschlaf

Müller "diesmal nicht für Ironie zu haben"

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Thomas Müller (l.) war nach dem Spiel nicht gut gelaunt.

Hamburg - Wenn sogar Thomas Müller die Ironie vergeht, dann läuft was schief beim FC Bayern. Er kritisierte die Tiefschlaf-Halbzeit.

Für die Statistik war es ein Remis, für den Hamburger SV und seinen neuen Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer emotional ein gefühlter Sieg. Ein Debakel hatten viele an der Elbe befürchtet, doch das 0:0 gegen Bayern München machte den Hanseaten Mut auf sportlich bessere Zeiten.

Einer, der es wirklich beurteilen kann, brachte die Gefühlslage nach dem Achtungserfolg gegen den deutschen Rekordmeister auf den Punkt. „Zum ersten Mal seit Ewigkeiten sind wir wieder als Team aufgetreten“, sagte Mannschaftskapitän Heiko Westermann, den Jubel der Fans noch im Ohr. Und der Abwehrchef dankte seinen Mitspielern für diese lange vermisste Einstellung mit einer Quote von 89 Prozent gewonnener Zweikämpfe.

Zinnbauer, erst seit Mittwoch als Nachfolger des glücklosen Kollegen Mirko Slomka installiert, traf bei seinen Instruktionen anscheinend den richtigen Ton. Seine neuen Schützlinge jedenfalls fühlten sich ganz offensichtlich bei der Ehre gepackt.

„Es war sehr laut, und es war sehr emotional“, berichtete Westermanns Nebenmann Johan Djourou aus der Kabine. Auch Lewis Holtby fühlte sich hochmotiviert: „Der Trainer hat uns brennend heißgemacht. Jeder hat für den anderen auf dem Platz geackert.“

Lob, das den neuen Coach der Norddeutschen fast verlegen machte. „Da bekomme ich ja fast selbst Gänsehaut, wenn die Spieler so etwas sagen“, meinte Zinnbauer, der bei aller Zustimmung auch für seinen Vorgänger ein gutes Wort übrig hatte: „Die Jungs haben viele, viele Meter gemacht. Slomka hat das Team fitnessmäßig in einem Top-Zustand hinterlassen.“

Doch Kondition allein hätte vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena im Volkspark nicht zu einem Remis gegen den Titelverteidiger gereicht, wenn die Gäste nicht „die erste Halbzeit im Tiefschlaf verbracht“ hätten, wie Thomas Müller anmerkte. Und nur zur weiteren Klarstellung ergänzte er: „Diesmal bin ich für Ironie nicht zu haben.“

Trainer Pep Guardiola, der nach dem Seitenwechsel erfolglos eine Offensivkraft nach der anderen einwechselte, bekam einen Vorgeschmack, was ihm, seinem Team, vor allem aber seinen immer noch WM-gezeichneten Stars in den kommenden Wochen und Monaten blühen wird. Bis Weihnachten wird fast durchgehend alle drei bis vier Tage gespielt, eine echte Herausforderung für den FC Bayern.

„Wir müssen einfach immer weiterarbeiten. Bis Dezember wird es eine schwere Zeit“, sagte der Spanier und kratzte etwas bekümmert seinen kahlen Kopf. Schon der Champions-League-Auftakt gegen Manchester City (1:0) hatte die Gäste immerhin derart gefordert, dass gegen den immer noch sieg- und torlosen HSV in den entscheidenden Momenten Frische und Spritzigkeit fehlten.

Tugenden, die am Dienstag (20.00 Uhr/Sky) wieder das Bayern-Spiel prägen sollten. Zumal der SC Paderborn nicht als vermeintlich chancenloser Neuling, sondern als noch ungeschlagenes Überraschungs-Team an die Isar kommt.

„Die haben richtig Spaß an der Liga“, hat Weltmeister Jerome Boateng bereits festgestellt. Und auch für Torhüter Manuel Neuer, der mit einem Handspiel an der Mittellinie in der Schlussphase für Aufregung sorgte, gab sich gewarnt: „Wir müssen die Situation und Paderborn ernstnehmen.“

sid

Hätten Sie's bei allen gewusst? Prominente FC-Bayern-Fans

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