Kampf gegen Homophobie

Schwule Fußballer: Film mit FCB- und Schalke-Fans

Hamburg - Marcus Wiebusch, Frontmann der Band Kettcar, hat zusammen mit Fans aus Bundesliga-Vereinen einen eindrucksvollen Kurzfilm gegen Homophobie gedreht.

Marcus Wiebusch, Frontmann von Kettcar, kämpft mit dem Song "Der Tag wird kommen" eindrucksvoll gegen Homophobie im Fußball. 1048 Crowdfunding-Unterstützer haben es möglich gemacht, dass dazu ein Kurzfilm entstand, der am Montag ins Netz gestellt wurde. Mehr als 55.000 Euro kamen innerhalb weniger Tage für die Produktion des Filmes so zusammen.

"Der Tag wird kommen" behandelt in über sieben Minuten das Spannungsfeld zwischen Homophobie und Fußball, der Film bebildert die Thematik jetzt ausführlich als visuelles Statement.

Als Hauptdarsteller fungieren Stephan Waak und Nils B. Höddinghaus als bester Freund. Gedreht wurde der Film in mehreren Fußballstadien. Fans von Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, FC St. Pauli, TEBE Berlin, 1. FC Köln, Schalke 04, HSV, FC Augsburg, Bayern München und 1. FC Nürnberg sind in dem Video zu sehen. Dennis Dirksen und Björn Lingner setzen als Regisseure das Projekt um, das Drehbuch schrieb Marcus Wiebusch selbst.

Der Song machte seit der Veröffentlichung seinen Weg. Trotz der immens langen Spielzeit und seiner Komplexität, wurde "Der Tag wird kommen" auf Rotationen gespielt, wurde beispielsweise in den Fußballstadien von Fortuna Düsseldorf und des FC St. Pauli durch die Lautsprecher geschickt, auf CSD-Paraden von Fans aufgeführt. Das Lyricvideo wurde über 1.300 mal auf Facebook geteilt und erreichte mehr als 1.300.000 Personen.

Marcus Wiebusch im Interview

Von Anfang an war klar, dass ein normales Musikvideo dem Song und der Thematik nicht gerecht werden würde. Bei einer Spielzeit von mehr als sieben Minuten musste ein Musikkurzfilm her. Da dieser wiederum das Videobudget der Independent-Plattenfirma Grand Hotel van Cleef gesprengt hätte, entschied sich Wiebusch für eine Crowdfunding Kampagne.

Das Video zu „Der Tag wird kommen“ ist ein visuell-kraftvolles Statement geworden, welches das immer noch tabuisierte Thema Homophobie im Fußball in einer bisher noch nicht gezeigten Weise darstellt. Deckungsgleich zu dem Song „Der Tag wird kommen“ ist der Film grob in drei Blöcken aufgeteilt. Alle drei Blöcke werden zusammengehalten durch eine Erzähllinie, welche die Geschichte eines homosexuellen Fußballprofis vom kleinen Jungen zum gestandenen Fußballprofi zeigt.

Pascal Faltermann

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