Wer wird Nachfolger von Schweinsteiger?

DFB-Kapitän: Alles spricht für Manuel Neuer

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Obwohl er selbst bisher nicht darüber spricht, ist Manuel Neuer der heißeste Kandidat auf das Kapitänsamt. 

Düsseldorf - Am Donnerstag wird Bundestrainer Joachim Löw seinen neuen Kapitän bekanntgeben. Wer es wird, ist ein offenes Geheimnis.

Bastian Schweinsteiger hält elf Kapitäne für nötig, Bundestrainer Joachim Löw redet das Thema demonstrativ klein, die Prominenz wirft immer neue Namen in die angeregte Diskussion. Doch wenn Löw am Donnerstag den neuen Spielführer der Fußball-Nationalmannschaft verkünden wird, ist alles Makulatur. Und die Antwort wird Manuel Neuer heißen.

Dass der Welttorhüter von Bayern München die Nachfolge Schweinsteigers antreten wird, ist ein offenes Geheimnis. Zum einen standen alle Kandidaten bereits im EM-Kader - und Löw entschied sich in allen fünf Spielen ohne Schweinsteiger in der Startelf für Neuer. Zum anderen vergab er den frei gewordenen Platz im Mannschaftsrat an Toni Kroos, nicht an den ebenfalls heiß gehandelten Jerome Boateng.

Der Abwehrchef der Bayern, kürzlich zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt, würde zudem in Abwesenheit nominiert werden, denn im aktuellen Aufgebot fehlt er verletzt. Öffentlich hat Boateng schon seinen Hut in den Ring geworfen, in sämtlichen Online-Umfragen war er der Fan-Favorit. Seine Berufung wäre auch ein politisches Statement. "Es wäre für mich eine Riesenehre, als erster farbiger Spieler die Kapitänsbinde für Deutschland zu tragen", sagte Boateng. Doch er wird sich mindestens noch gedulden müssen.

Neuer selbst verrät nichts

Neuer selbst hielt sich bisher zurück. Auch in der von Franz Beckenbauer angestoßenen Grundsatzfrage, ob ein Torhüter Kapitän sein dürfe oder nicht doch besser ein Feldspieler. "Der Bundestrainer weiß, welche Entscheidung er trifft", sagte er nur. Löw betont aber immer wieder die Wichtigkeit mehrerer Ansprechpartner. Das Thema, wer am Ende die Binde trägt, sei für ihn "nicht so dominant".

Schweinsteiger, in den vergangenen zwei Jahren nach dem Rücktritt von Philipp Lahm der offizielle Spielführer, legt ebenfalls Wert auf flache Hierarchien. "Jeder Spieler auf dem Feld muss Verantwortung übernehmen", betonte der 32-Jährige am Dienstag und lieferte zumindest eine offizielle Job-Beschreibung hinterher. "Ein Kapitän darf nicht an sich selbst denken, sondern an die Allgemeinheit. Er muss zum richtigen Zeitpunkt das Wort ergreifen können und in gewissen Situationen vorangehen. Wir haben genügend Spieler, die das können."

Uwe Seeler wünscht sich Boateng als Kapitän

Den Mannschaftsrat werden künftig Neuer, Mats Hummels, Sami Khedira, Thomas Müller und Kroos bilden. Khedira war sowohl bei Fan-Votings als auch bei Umfragen unter verdienten Nationalspielern der Außenseiter. Die anderen wurden vielerorts als Kandidaten genannt. Oliver Kahn und Beckenbauer votierten für den Neu-Bayern Hummels. Toni Schumacher, WM-Kapitän 1986, sprach sich für Toni Kroos von Real Madrid aus ("Ein Vorbild, bodenständig").

Ehrenspielführer Uwe Seeler und der frühere Nationalmannschaftskapitän Bernard Dietz wünschen sich Boateng. Er habe sich "im Laufe der letzten Jahre toll entwickelt, er besitzt alle Qualitäten für das Kapitänsamt", sagte Seeler der Bild-Zeitung. Dietz, Spielführer der Europameistermannschaft von 1980, betonte: "Er ist gereift und hat die Power dafür."

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht derweil Neuer als den besten Kapitänsnachfolger an: "Er hat die Persönlichkeit, das Auftreten und das Ansehen in der Mannschaft, um ein richtig guter Kapitän zu sein." So wird letztlich auch Löw entscheiden.

SID

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