Mainz-Manager hofft auf Sensation

Heidel: "Bei dem Bayern-Trainer fehlt mir der Glaube"

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Mainz-Manager Christian Heidel.

Mainz - Christian Heidel ist bekannt dafür, dass ihm das Herz auf der Zunge liegt. Im Vorfeld des Spiels gegen den FC Bayern heute Abend hat der Manager des FSV Mainz einige launige Aussagen gemacht.

Klar, sein FSV Mainz wird im letzten Hinrunden-Spiel heute Abend gegen den FC Bayern (20.30 Uhr live im TV oder im Live-Ticker) in der heimischen Coface-Arena nur krasser Außenseiter sein, dessen ist sich Mainz-Manager Christian Heidel bewusst. Dennoch hat die schwere Aufgabe offenbar den rheinhessischen Kampfgeist in ihm geweckt. "Eine Stunde nach dem Spiel ist Urlaub. Hoffen wir mal, dass sie schon in Stimmung sind", sagte Heidel im Interview mit Sport1 über den übermächtigen Gegner. Heidel schränkt aber ein: "Mir fehlt bei dem Bayern-Trainer momentan aber so ein bisschen der Glaube, dass da irgendetwas einreißt. Das wird ganz, ganz schwierig. Freiburg hat kein Mal aufs Tor geschossen, dafür aber nur 0:2 verloren. Aber ob du 0:1 oder 0:8 verlierst, ist im Endeffekt egal. Wir wollen irgendwie versuchen zu punkten."

Dass der Respekt der Bayern vor Mainz über das normale Maß hinausgeht, bezweifelt Heidel allerdings. "Ich weiß nicht, ob die Bayern vor uns zittern. Wenn wir anfangen, solch ein Spiel von vornherein abzuhaken und gar nicht anzutreten, dann sollten wir es auch nicht tun. Irgendwann werden die Bayern ein Fußballspiel verlieren. Ob das gegen uns sein wird, weiß ich nicht. Dass die Chancen wahrscheinlich 1:99 stehen, mag sein. Wir werden alles versuchen und alles probieren. So schnell geben wir nicht auf."

Grundsätzlich bedauert es der Mainzer, dass die Bayern eine derart dominante Rolle in der Bundesliga spielen und der Konkurrenz dermaßen enteilt sind. Er sagt aber auch: "Der FC Bayern ist momentan so weit weg von allen. Das haben sie sich erarbeitet und davor muss man den Hut ziehen." Ob es auf Sicht wieder Zeiten geben wird, in denen der Rekordmeister den anderen 17 Bundesliga-Mannschaften nicht ganz so enteilt sein wird? Heidel: "Ich sehe leider keinerlei Anzeichen dafür. Sie spielen immer besser und sie haben immer mehr Geld. Wenn einer ausfällt, wird einer gekauft. Ich sage das nicht aus Neid, sondern das ist ja alles selbst verdientes Geld. Der FC Bayern hat den Verein in einer Art und Weise aufgestellt, dass er normalerweise über Jahre unangefochten an der Spitze stehen müsste. Früher hatten sie mal ein paar Probleme mit dem Trainer, auch das ist inzwischen so gut besetzt - besser geht es wahrscheinlich gar nicht. Der FC Bayern gehört inzwischen wirtschaftlich zu den stärksten Klubs auf der Welt. Ich wüsste nicht, wer da in Deutschland annähernd mithalten könnte. Man kann mal ein schlechtes Jahr haben. Mir fehlen nur im Moment die Gründe dafür."

Im Gegensatz zu vielen seiner Bundesliga-Kollegen sieht Heidel aber die jüngsten Aussagen von Bayern-Markenbotschafter ziemlich gelassen. "Ich habe da zufällig eingeschaltet und ich finde, da werden dem Paul Breitner die Worte im Mund rumgedreht. Er hat gesagt, dass die Bayern 1972 das Olympiastadion und viele Klubs 1974 zur WM neue Stadien bekommen haben. Der einzige Verein, der sich den Vorsprung durch hervorragende Arbeit jedoch herausgearbeitet hat, war der FC Bayern. Da habe ich Probleme zu sagen, das stimmt nicht. Deshalb muss man vielleicht nicht sagen, dass die anderen alle dämlich waren. Aber Fakt ist, dass die Bayern keine großen Vorteile hatten. Die haben ein großes Stadion hingestellt bekommen wie viele andere Bundesligisten auch. Und am Ende gibt es jetzt eine Übermannschaft FC Bayern. Er hat nicht gemeint, dass die Leute im Moment alle so doof sind. Es ging um die Entwicklung des FC Bayern. Ich sehe das ähnlich, der FC Bayern hat es einfach besser gemacht als Köln, Hamburg und Frankfurt, als alle Klubs, die ein neues Stadion bekommen haben. Da haben wir noch vor einer Holztribüne gespielt mit 1000 Plätzen. Wir waren nicht gemeint."

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