Remis in Borissow

Leverkusen vor Aus in der Champions League

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Admir Mehmedi (2. v. l.) und Leverkusens Andre Ramalho Silva kämpfen um den Ball.

Borissow - Admir Mehmedi hat Bayer Leverkusen mit einem frechen Lupfertor die kleine Restchance auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League bewahrt.

Der Schweizer traf am Dienstagabend in der 68. Minuten zum erst in der zweiten Halbzeit verdienten 1:1 (0:1) des Werksclubs bei BATE Borissow. Die Weißrussen waren vor 12 601 Zuschauern bereits nach 68 Sekunden durch einen Treffer von Michael Gordeichuk nach dickem Patzer von Torwart Bernd Leno in Führung gegangen. Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit steigerte sich der Fußball-Bundesligist und kam so zu seinem ersten Auswärtspunkt in der Gruppenphase der Königsklasse.

Was dieser wirklich wert ist, wusste Bayer aber erst nach der Partie am Abend zwischen dem FC Barcelona und AS Rom. Fest stand aber gleich: Nur mit einem eigenen Sieg gegen den spanischen Titelverteidiger um Lionel Messi und Co. im letzten Gruppenspiel am 9. Dezember kann Bayer das erste Aus in der Champions League schon vor Weihnachten seit 16 Jahren vermeiden. Immerhin das Trostpflaster Europa League ist mit dem Remis fast gesichert, sofern Borissow in zwei Wochen nicht in Rom gewinnen kann.

Leverkusen wurde bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt richtig kalt erwischt. Die zweite Minute war gerade angebrochen, da lag der Ball schon im eigenen Netz. Dem Schuss von Gordeichuk waren mehrere Defensivfehler vorausgegangen. Kapital war der Lapsus von Torwart Leno, dem der Ball durch Hände und Beine flutschte - bereits sein dritter dicker Fehler in dieser Saison.

Die Reaktion seiner Kollegen auf den wie beim 2:3 in Rom schon früh hingenommenen Rückschlag war dürftig. Erst einmal war Sicherheit gefragt - die dann eingeleiteten Offensivaktionen hatten sich meist schon deutlich vor dem Strafraum erledigt.

Bequem konnten die Weißrussen einen Abwehrring vor dem eigenen Strafraum aufziehen. Bayer fehlten Inspiration und Tempo. Zumeist versuchte man sich aus Mangel an Alternativen mit Distanzschüssen, denen wie von Karim Bellarabi (32.) oder Mehmedi (39.) aber Präzision und Schwung fehlten - wie dem Bayer-Spiel insgesamt.

Erst in der 45. Minute gab es die erste richtige Torchance. Javier Hernandez kam nach Mehmedi-Vorarbeit frei zum Schuss, scheiterte aber an BATE-Torwart Sergej Tschernik. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler hatte seinen Platz auf der Tribüne da schon mit grimmiger Miene verlassen.

Der Start in die zweite Halbzeit machte immerhin schon ein bisschen Hoffnung. Die Kombinationen liefen nun schneller. Und es gab auch mehr gefährliche Aktionen vor dem BATE-Tor. Hernandez versuchte sich mit einem Schuss, der dem Gehäuse schon mal näher kam. Dann boten sich Bellarabi (49./53.) gleich zwei Gelegenheiten. Der Nationalspieler war nun wie Hernandez ein Aktivposten. Der Mexikaner hatte die nächste Gelegenheit (54.), doch er schlug einen Haken zu viel.

Sehenswert war dann der Ausgleich. Hakan Calhanoglu bugsierte den Ball in den Strafraum. Mehmedi zögerte nicht und lupfte das Spielgerät sehenswert direkt aus der Luft ins lange Toreck. Mit dieser Variante hatten die Weißrussen in dem Moment offenbar nicht gerechnet. Jetzt drängte Leverkusen sogar mehr auf den Siegtreffer als Borissow, das im Vorjahr immerhin den FC Bayern im heimischen Stadion besiegen konnte. Wendell (87.) wäre das 2:1 sogar fast noch geglückt.

dpa

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