Überraschendes Zwischenfazit

Klopp: "Viele Fehler haben wir nicht gemacht"

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Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft im Trainingslager in La Manga.

La Manga - Bei der Analyse der Bundesliga-Hinrunde, die Borussia Dortmund auf Tabellenplatz 17 beendete, kommt Trainer Jürgen Klopp zu mitunter überraschenden Erkenntnissen.

Jürgen Klopp ist ein knallharter Analytiker. Umso mehr verblüffen nun Aussagen bei Halbzeit einer völlig verkorksten Bundesliga-Saison. „Wir sind maximal selbstkritisch. Aber viele Fehler haben wir nicht gemacht“, sagte der Trainer des auf Tabellenplatz 17. abgestürzten Vizemeisters Borussia Dortmund in einem Interview im Fachmagazin "kicker".

Der 47-Jährige versuchte bei seiner Analyse im Trainingslager im südspanischen La Manga das Positive in den bisherigen 17 Ligaspielen zu sehen: „Wir haben uns nicht zerstritten. Ich wurde nicht entlassen. Es wurde niemand weggeschickt. Es wird niemand einen Kopf kürzer gemacht. Alle haben ein halbes Jahr Lebenserfahrung mehr.“

Aufbauend auf den Erkenntnissen erhofft sich Klopp in der Vorbereitung auf den Rückrundenstart am 31. Januar beim aktuellen Dritten Bayer Leverkusen mit einem nahezu kompletten Kader entscheidende Impulse. „Wir haben in gut einer Woche schon häufiger zusammen trainiert als in der siebenwöchigen Sommervorbereitung. Alle Jungs sind weiter, als sie im Sommer waren“, so Klopp.

Die Hinrunde sei wahnsinnig zäh, intensiv und in vielen Momenten frustrierend gewesen. Weltmeister und BVB-Kapitän Mats Hummels ergänzte anlässlich einer Pressekonferenz am Donnerstag: „In der Vorrunde hatten wir ein Problem mit unserem Selbstvertrauen. Das wollen wir durch Erfolgserlebnisse wieder tanken, wieder unseren Fußball spielen.“

Bezüglich der Spekulationen um die mentalen Auswirkungen der WM in Brasilien ergänzte der Innenverteidiger: „Ich hatte die WM weniger im Kopf als im Knie. Die Übergangsphase ist jetzt langsam beendet und ich kann hoffentlich das zeigen, was man von mir erwartet.“

Klopp genießt derzeit die Arbeit mit einem fast kompletten Kader und erklärt: „Wir waren immer eine Mannschaft, die sich ihre Sicherheit im Training geholt hat. Die übers Mannschaftsspiel gekommen ist - und niemals Individualisten- oder Heldenfußball gespielt hat.“

Der BVB-Coach ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft bis zum Spiel in Leverkusen wieder Stabilität auf den Platz bekommt. Er sehe den Unterschied zwischen dem letzte halben Jahr, als man von einem Problem ins nächste geschlittert sei, und jetzt. Zu sagen, man sei nicht in der Lage, vier, fünf Punkte auf wen auch immer aufzuholen, sei unangemessen pessimistisch.

Klopps Ziel für die Rückrunde lautet: „Ergebnisse einfahren und die Saison für uns erfolgreich mit dem Klassenerhalt abschließen - auf einem Platz, der mir völlig wurscht ist. `Wir wollen aus den Ergebnissen dieses Jahres lernen und die richtigen Schlüsse ziehen.“

Derweil bestätigte Hummels, dass auch die Transfer-Spekulationen um Spieler wie Marco Reus oder Ilkay Gündogan in der Mannschaft keine Rolle spielen. Zukunftsszenarien würden eher von außen reingetragen, so Hummels. Und sollte jemand den schwächelnden BVB verlassen, will er nicht als Charakterschwäche verstanden wissen, „wenn jemand nach Saisonende etwas anderes will, auch im Erfolg sind Spieler gegangen“.

sid

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