Jubel über vierten Scudetto in Serie

Juventus ist Meister - Lazio patzt ohne Klose

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Die Juve-Spieler feiern ihren Trainer Massimiliano Allegri.

Genua - Auch unter Massimiliano Allegri ist Juventus Turin in der Serie A nicht aufzuhalten: Souverän holt Juve vier Spieltage vor Schluss den 31. Scudetto. Doch der wird vorerst kaum gefeiert.

Statt zur Meisterfeier mit den Fans ging es für Gianluigi Buffon und Co. ins Trainingslager. Den vierten Meistertitel in Serie feierten die Profis von Juventus Turin nur kurz mit einem Schluck Champagner und einem Freudentanz auf dem Platz - danach galt alle Konzentration dem Champions-League-Duell mit Real Madrid. „Das, was jetzt zählt, ist die Partie am Dienstag“, versprach Arturo Vidal, der Juve mit seinem Kopfball zum 1:0 bei Sampdoria Genua den 31. Scudetto gesichert hatte. „Wir wollen ins Finale, die Champions League ist ein Traum. Zum Feiern haben wir am Ende der Saison Zeit.“

Hinter Meister Juve kletterte AS Rom durch ein 2:0 (1:0) gegen CFC Genua wieder auf Rang zwei. Lazio Rom spielte ohne den gesperrten Weltmeister Miroslav Klose 1:1 (0:1) bei Atalanta Bergamo und rutschte einen Platz nach hinten. Für die Gastgeber traf Giuseppe Biava (49. Minute), Lazios Marco Parolo glich nach der Pause aus (77.). Der AC Florenz konnte ohne den geschonten Mario Gomez nach zuvor vier Liga-Niederlagen wieder einen Sieg feiern.

Die Toskaner gewannen 3:1 (2:0) gegen den Vorletzten AC Cesena und kletterten in der Tabelle auf Rang fünf. Die Tore erzielten Stürmer Josip Ilicic (31./Foulelfmeter/35.), Alberto Gilardino (56.) und für Cesena Alejando Rodriguez (59.). Der deutsche Nationalstürmer Lukas Podolski wurde beim 0:0 von Inter Mailand gegen Chievo Verona in der 53. Minute eingewechselt. Die Lombarden verpassten durch das Remis nach zuletzt zwei Siegen den Sprung auf Rang sechs.

Wolfsburg-Bezwinger SSC Neapel hielt mit einem 3:0 (0:0) gegen den AC Mailand Kontakt zum dritten Platz und damit zur Qualifikation für die Champions League. Milan ist als Zehnter nun wohl endgültig aus dem Europa-Rennen. Für die Treffer in Neapel sorgten am Sonntagabend Marek Hamsik (70. Minute), Gonzalo Higuain (74.) und Manolo Gabbiadini (76.). Der SCC ist vier Spieltage vor Saisonschluss mit 59 Punkten Vierter - vier Zähler hinter Lazio Rom.

Für Juventus Turin geht es im Halbfinal-Hinspiel gegen Madrid am Dienstag um den Einzug ins Endspiel, der Juve mit dem Pokal-Finale gegen Lazio Rom die Chance auf das Triple erhalten würde. „Für uns beginnt ein harter Monat mit zwei Wettbewerben, die wir gewinnen wollen“, sagte Andrea Barzagli. Meistertrainer Massimiliano Allegri prophezeite: „Wir spielen gegen ein außergewöhnliches Team, da darf man nichts zulassen. Wir brauchen eine starke Leistung.“

Doch zumindest in den Minuten nach dem Schlusspfiff in Genua genossen die Spieler ihren Triumph. Sie hüpften jubelnd über das Feld, ließen Allegri hochleben und gönnten sich in der Kabine den Champagner mit eigens angefertigtem Meister-Etikett. In der Nacht empfingen Hunderte begeisterte Fans die Meister-Helden in Turin. „Zehn Minuten feiern waren erlaubt“, scherzte Kapitän Buffon.

Den 31. Titel eroberte Juve schon am fünftletzten Spieltag und damit so früh wie noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Das Team spielte eine absolut dominante Saison, gab die Tabellenführung nach dem vierten Spieltag nicht mehr ab. „Märchenhaftes Juve! Vierter Scudetto nacheinander“, jubelte der „Corriere dello Sport“. Und sogar Italiens Regierungschef Matteo Renzi, Fan des AC Florenz, gratulierte via Twitter: „Es haben die Stärksten gewonnen. Glückwunsch!“

Nach der kurzen Party ging es für die Profis am Sonntag direkt ins Trainingslager in ein Hotel in der Nähe von Turin. „Strahlender Titel, aber für den Moment keine Party: Alle im Trainingslager für die Mission Real“, kommentierte die „Gazzetta dello Sport“. Verteidiger Leonardo Bonucci versprach den Fans: „Wir wollen weiterträumen, damit diese Saison unvergesslich wird.“

dpa

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