Schmerzvolle Niederlagen

Löw und das Spanien-Trauma - Ende in Sicht?

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Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft erlitten gegen Spanien zwei schmerzvolle Niederlagen.

Vigo - Gegen Spanien hat Joachim Löw mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bislang nur schlechte Erfahrungen gemacht. Das soll sich am Dienstag in Vigo ändern.

Update vom 18. November: Heute ist es endlich soweit: Weltmeister Deutschland trifft am Abend in Vigo auf Europameister Spanien. Es ist die erste Länderspielbegegnung der beiden Teams seit 2010. Kann die DFB-Elf die Spanier bezwingen? Der spannende Klassiker läuft ab 20.45 Uhr in der ARD. Wo Sie die Partie Deutschland - Spanien im Live-Stream und TVmiterleben können, haben wir für Sie in einem Überblick über alle Übertragungsangebote zusammengefasst.

Beim Stichwort Spanien dürfte Joachim Löw bis zum Sommer regelmäßig Schweißausbrüche und Magenkrämpfe bekommen haben. Die schmerzhaften Niederlagen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2008 und 2010 unter seiner Regie verfolgten den Bundestrainer. Schließlich hatte die Furia Roja sowohl bei der EM 2008 als zwei Jahre später bei der WM-Endrunde in Südafrika jeweils die vorzeitige Krönung von Löws Trainerkarriere verhindert.

Nachdem der 54-Jährige aber am 13. Juli in Rio mit Deutschland als Weltmeister die Nachfolge von Spanien angetreten hat, will Löw am Dienstag in Vigo (20.45 Uhr/ARD) gegen den Europameister auch sein persönliches Trauma beenden. „Das Spiel ist alles, nur keine Revanche für irgendein Spiel, das vielleicht 2008 oder 2010 verloren ging“, sagt Löw zwar und spielt damit die Bedeutung der Partie zum Jahresabschluss herunter. Aber dass die Spanier ihm zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, hat Löw jahrelang zu schaffen gemacht.

WM 2010: Ausscheiden trotz leichtem Favoriten-Status

Am 7. Juli 2010 schien die DFB-Auswahl unter Löw auf einem guten Weg, die Vorherrschaft der Spanier zu brechen. Nach den grandiosen Siegen im Achtel- und Viertelfinale gegen England (4:1) bzw. Argentinien (4:0) war Deutschland im Halbfinale gegen Spanien leichter Favorit.

Doch in Durban verhielt sich das deutsche Team einmal mehr wie das Kaninchen vor der Schlange. Die Angst vor der eigene Courage lähmte die Spieler der DFB-Auswahl, die teilweise mit herunterhängenden Schultern und gesenkten Köpfen über den Platz geschlichen waren. Das 0:1 durch einen Kopfballtreffer von Carles Puyol (73.) hatte Deutschland in ein Tal der Tränen gestürzt.

„Mein Kompliment geht vor allem an die Spanier. Ich glaube auch, dass sie dieses Turnier gewinnen werden. Mit ihrer Spielweise haben sie uns an unsere Grenzen gebracht“, sagte Löw anerkennend nach dem Abpfiff. Immerhin behielt der Bundestrainer recht, denn Spanien gewann durch ein 1:0 gegen die Niederlande erstmals den WM-Titel.

Löw musste sich trotz des guten dritten Platzes von dieser erneuten Pleite gegen Spanien lange erholen. Zwischenzeitlich schien ein Vertragsverlängerung des Klinsmann-Nachfolgers sehr unwahrscheinlich, ehe er es sich dann doch anders überlegte.

Schmerzvolle Niederlage im EM-Finale 2008

Bereits zwei Jahre zuvor hatte Löw bei seinem ersten Turnier als Cheftrainer gegen die Iberer den großen Coup verpasst. Im EM-Finale 2008 im Wiener Ernst-Happel-Stadion stand es am Ende ebenfalls 1:0 für die Spanier.

Dabei hatte die deutsche Mannschaft forsch begonnen und war durch Miroslav Klose, Michael Ballack und auch Thomas Hitzlsperger in den Anfangsminuten brandgefährlich. In der Folge neutralisierten sich beide Teams, ehe Fernando Torres zunächst den Torpfosten traf und dann in der 33. Minute über den herausstürmenden deutschen Torwart Jens Lehmann zum 1:0 traf; Philipp Lahm, der sich von Torres überlaufen ließ, machte damals keine allzu gute Figur.

Nach der Pause versuchte die deutsche Mannschaft zwar, das Spiel zu drehen, konnte die spanische Abwehr um den guten Keeper Iker Casillas aber nicht überwinden. Am Ende hielt Spanien die deutsche Elf locker in Schach, was auch Löw deutlich machte: „Wir müssen in diesem Spiel und in diesem Turnier die konstant hohe Qualität der Spanier anerkennen.“

Am Dienstag möchte Löw nach diesen beiden schlimmen Erfahrungen endlich mal als Sieger vom Feld gehen, auch wenn es nur ums Prestige geht. „Von daher ist es ein Spiel unter anderen Voraussetzungen. Beide Mannschaften wollen zum Jahresende nochmal zeigen, was ihnen steckt“, sagte der Bundestrainer, der sich nach den größtenteils kümmerlichen Auftritten des Weltmeisters nach dem WM-Turnier einen „guten Abschluss“ wünscht.

SID

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