Italiens Clubs der Serie A buhlen um teure Stars

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Paulo Dybala wechselte für 31 Millionen zu Juventus Turin. Foto: Paolo Zeggio

Lange schien Italiens Serie A nicht mehr mit den Top-Ligen Spaniens, Englands und Deutschlands mithalten zu können. Das Geld für Stars fehlte, international waren die Teams kaum konkurrenzfähig. Doch zumindest einige Clubs gehen dieses Jahr auf große Einkaufs-Tour.

Rom (dpa) - Bis zu 25 Millionen Euro - so viel will Juventus Turin für einen neuen offensiven Mittelfeldspieler ausgeben. Nach dem Angebot für Fußball-Weltmeister Julian Draxler und der Absage des FC Schalke 04 sondiert der Champions-League-Finalist weiter den Markt.

Und es ist nicht die einzige Investition, die Juve in diesem Sommer tätigt: Stürmer Mario Mandzukic kostete 19 Millionen Euro, Paulo Dybala kam für 32 Millionen Euro. Ähnlich läuft es bei Inter und dem AC Mailand: Nach jahrelanger Zurückhaltung investieren die Serie-A-Clubs dieses Jahr reihenweise Millionenbeträge in ihre Kader.

"Die Serie A liegt wieder vorne", zog die "Gazzetta dello Sport" vor einiger Zeit stolz eine vorläufige Transferbilanz. "Nach Jahren von Leihen und auslaufenden Verträgen beginnt der italienische Fußball wieder zu investieren." Zwar hat sich seitdem einiges getan - so gab etwa der FC Bayern München Dutzende Millionen für die Neuzugänge Douglas Costa und Arturo Vidal aus, die englischen Clubs investieren dank ihrer Milliarden-Einnahmen aus dem TV-Geschäft ohnehin.

Zudem sind die kostspieligen Neuverpflichtungen zumindest bei Juve auch namhaften Abgängen wie von Vidal, Carlos Tevez und Andrea Pirlo geschuldet. Doch fest steht: Die italienischen Vereine scheuen nach jahrelanger Zurückhaltung in diesem Jahr keine großen Summen mehr. Laut transfermarkt.de schafften es mit Juve, Inter und Milan drei italienische Vereine unter die Top 10 bei den Transfer-Ausgaben.

Selbstbewusst buhlt der AC Mailand um Superstar Zlatan Ibrahimovic, Juve könnte sich als Alternative zu Draxler Weltmeister Mario Götze vom FC Bayern, FC Chelseas Oscar oder Real Madrids Isco vorstellen. Zum Kaufrausch der Clubs tragen vor allem zwei Faktoren bei: Zum einen fühlt sich Italien auch dank des Champions-League-Finaleinzugs von Juventus Turin international für Spieler wieder attraktiver, zum anderen bringen ausländische Investoren viel Geld in die Serie A.

Vor allem die Mailänder Traditionsclubs rüsten nach enttäuschenden Jahren auf. Bei Inter flossen die Millionen des indonesischen Investors Erick Thohir in die Verpflichtungen von Geoffrey Kondogbia, der für 30 Millionen Euro vom AS Monaco kam, und Manchester Citys Stevan Jovetic. Milan hofft hingegen auf einen Einstieg des Thailänders Bee Taechaubol. Der Club gab bislang knapp 60 Millionen für Carlos Bacca vom FC Sevilla, Luiz Adriano von Schachtjor Donezk und Roms Andrea Bertolacci aus. Juve-Coach Massimiliano Allegri prophezeite: "Inter und Milan werden um den Titel mitspielen."

Die Transfers bringen die Clubs jedoch auch unter Zugzwang - gerade mit Blick auf das Financial Fairplay und die kleineren Kader, die die Serie A seit dieser Saison vorschreibt. So würde Inter gerne den erst im Winter vom FC Bayern verpflichteten Xherdan Shaqiri wieder loswerden. Und auch der AS Rom, der die Millionen-Transfers von Edin Dzeko (Manchester City) und Mohammed Salah (FC Chelsea) perfekt machen möchte, will sich lieber heute als morgen von Profis wie Gervinho oder dem gerade erst verpflichteten Seydou Doumbia trennen.

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