HSV-Sieggaranten: Sturmtank und "abgewichster Hund"

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Hamburgs Pierre-Michel Lasogga erzielte beide Treffer gegen Werder Bremen. Foto: Christian Charisius

Nach zuletzt zwei Niederlagen hat der HSV in die Erfolgsspur zurückgefunden. Dank des 2:1 im Nordderby gegen Werder Bremen ist der Dino so gut wie gerettet. Werder steckt weiter tief im Abstiegssumpf.

Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV hat mit dem 2:1 im 104. Nordderby gegen Werder Bremen einen enorm wichtigen Schritt Richtung Klassenverbleib gesetzt.

Die Hanseaten von der Elbe überrannten die Hanseaten von der Weser in der ersten Halbzeit geradezu. In der zweiten Hälfte gab jedoch Werder den Ton an. Die Bremer verharren mit 31 Punkten auf dem Relegationsplatz und müssen im ersten Montag-Heimspiel am 2. Mai gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten VfB Stuttgart die dringend benötigten Punkte einfahren.

HELD I: Pierre-Michel Lasogga war mit seinen beiden Toren der Matchwinner. Der gescholtene Stürmer hatte fünf Monate zuvor seinen letzten Treffer erzielt beim Hinspiel-Sieg über Borussia Dortmund. Danach herrschte nur noch Flaute. Erst verdrängte ihn Artjoms Rudnevs, dann ersetzte ihn Sven Schipplock. Bruno Labbadia redete seinen Glücklos-Stürmer immer wieder stark und gab ihm Einsatzchancen. Gegen Werder dankte er es ihm. "Es ist enorm wichtig, dass ich getroffen habe. Das sind meine ersten Rückrundentore", berichtete der bullige Stürmer. Teamkamerad Lewis Holtby lobte: "Das ist der Sturm-Tank, den der HSV geholt hat."

HELD II: Eigentlich nur Ersatz, war Torhüter Jaroslav Drobny am Freitag überragend im Tor der Hamburger. Der Tscheche parierte mehrere gefährliche Schüsse der Bremer und hielt lange Zeit sein Tor sauber. Sogar einen Elfmeter parierte er. Auch beim Gegentor durch den eingewechselten Anthony Ujah wehrte es den ersten Versuch des Nigerianers ab, beim zweiten per Kopf war er jedoch machtlos. "Ich sag doch, er ist ein abgewichster Hund", lobte Labbadia seinen Keeper Nummer zwei.

VERSAGER: Claudio Pizarro ist eigentlich ein Muster an Zuverlässigkeit. Doch im Nordderby gegen die Hamburger kriegte er fast keinen Stich. Seinen ersten Schuss aufs HSV-Tor gab er in der 44. Minute ab - weit vorbei. Seinen persönlichen Spielhöhepunkt erlebte er in der 56. Minute: "Pizza" wurde von HSV-Innenverteidiger Johan Djourou im Strafraum gelegt und trat zum fälligen Elfmeter selbst an: Doch der mit 13 Toren treffsicherste Bremer scheiterte mit seinem unplatzierten Schuss am starken Drobny. Es war der erste Fehlschuss vom ominösen Punkt überhaupt im Werder-Dress. Fünf Elfmeter hatte er in dieser Saison verwandelt. Werder-Torhüter Felix Wiedwald: "Wir machen ihm keinen Vorwurf."

GLÜCKSBRINGER: Manuel Gräfe hat dem Hamburger SV erneut Glück gebracht. Der 42 Jahre alte FIFA-Schiedsrichter war am Freitagabend Spielleiter beim 2:1 des HSV. Es war zugleich der erste Einsatz des Berliners in einem HSV-Match seit dem Relegations-Rückspiel der Norddeutschen im Mai vorigen Jahres. Nach dem 1:1 in Hamburg lag der HSV 0:1 hinten, als in der 90. Minute Gräfe einen umstrittenen Freistoß für den HSV gab. Marcelo Diaz traf zum 1:1, es gab Verlängerung, in der Nicolai Müller das 2:1 erzielte und den HSV endgültig vor dem Abstieg bewahrte. 

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