Barca-Keeper ter Stegen besteht Doktorprüfung

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Barcelonas Torwart Marc-André ter Stegen zeigte gegen die Bayern eine ganz starke Leistung. Foto: Peter Kneffel

Trotz Neymar, trotz Messi - die Bestnoten heimste in Spanien auch Deutschlands Nationaltorwart ter Stegen ein. Im direkten Duell mit Manuel Neuer bestätigt der Jungstar, was Löw schon lange denkt.

München (dpa) - Auf so einen Abend hatte Marc-André ter Stegen hingearbeitet, auch wenn die erhoffte Krönung in Berlin noch folgen soll.

Der 23 Jahre alte Torwart konnte im Champions-League-Duell mit Manuel Neuer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und Millionen deutscher Fußball-Fans eindrucksvoll belegen, wie prächtig er sich beim FC Barcelona weiterentwickelt hat. Auch die letzten Kritiker in der Wahlheimat Spanien überzeugte der ehemalige Gladbacher mit seinen Paraden beim 2:3 in München.

"Ter Stegen besteht in seinem Heimatland die (fußballerische) Doktorprüfung", schwärmte "Marca". Eine "Meisterleistung" sah auch "El Periódico". In der Presse erhielt ter Stegen am Mittwoch durchweg die beste Note, zusammen mit dem zweifachen Torschützen Neymar und noch vor Weltstar Lionel Messi, den Bayern-Trainer Pep Guardiola zum "besten Spieler aller Zeiten" erklärte; allein vergleichbar mit dem Brasilianer Pelé.

Der ehrgeizige ter Stegen ärgerte sich natürlich darüber, "dass wir hier verloren haben. Wir hätten das nicht aus der Hand geben müssen", sagte er angesichts einer 2:1-Führung. Die drei Gegentore von Medhi Benatia, Robert Lewandowski und Thomas Müller wurmten ihn ebenso. Aber niemand konnte sie ihm ankreiden. Die atemberaubenden Paraden wie bei Kopfbällen von Müller und Bastian Schweinsteiger oder einem Schuss von Robert Lewandowski, den er erst parierte und dann mit einem Panthersprung von der Torlinie kratzte, überstrahlten die Treffer. "Dass Barça nicht ins Wanken geraten ist, lag auch an Marc", lobte Bundestrainer Joachim Löw als einer von 70 000 Augenzeugen in der Münchner Arena.

"Ich bin nach Barcelona gegangen, um größtmöglichen Erfolg zu haben. Jetzt haben wir die Möglichkeit dazu. Jetzt wollen wir es vollenden", sagte ter Stegen, bevor es noch in der Nacht zum Mittwoch mit dem Charterflieger nach Barcelona zurückging. Am 6. Juni wird er wieder in Deutschland sein, in Berlin, bei seinem ersten internationalen Finale. Dann kann ter Stegen womöglich mit Barça das Triple perfekt machen. Auch in der Meisterschaft und im Pokalfinale ist der FC Barcelona nur noch jeweils einen Sieg davon entfernt, alle drei Titel zu holen. "Ein super Gefühl", schwärmte Trainer Luis Enrique.

Zwei der drei Trophäen wären auch ter Stegens ganz persönlicher Erfolg. Der viermalige Nationaltorhüter steht in der Champions League und im spanischen Pokal im Tor. Sein chilenischer Konkurrent Claudio Bravo (32) spielt im Liga-Alltag in der Primera División.

Ter Stegen konnte in München im Kampf um die alleinige Nummer 1 in Barcelona punkten, aber zugleich auch fürs Nationalteam und für die bevorstehende Europameisterschaft mit der deutschen U21-Auswahl im Juni in Tschechien. "Ich habe ihm direkt nach dem Spiel gratuliert, mit 23 auf so einem Niveau zu spielen", berichtete Nationalmannschafts-Kapitän Bastian Schweinsteiger: "Er hat unglaubliche Fähigkeiten, das hat er in dem Spiel bewiesen."

Im Herbst, wenn Löw im deutschen Weltmeisterteam die Hierarchie der Schlussmänner hinter dem unantastbaren Bayern-Keeper Neuer mit Blickrichtung EM 2016 neu ordnen will, ist ter Stegen ganz vorne mit dabei. "Wir waren von seinen Fähigkeiten und seinem großen Potenzial schon immer überzeugt. Es ist aber offenkundig, dass Marc in Spanien noch einmal einen Sprung gemacht hat", erklärte Löw.

Für den Bundestrainer sowie seinen Torwartcoach Andreas Köpke ist ter Stegen vom Talent, vom Ehrgeiz und auch von der Spielweise her schon lange derjenige, der am ehesten sogar Neuer etwas Druck machen könnte. Das Champions-League-Finale hat er dem weltbesten Torhüter schon genommen.

UEFA-Pressemappe zum Spiel

Statistik-Handbuch zur Champions League

Daten und Fakten zum Nationalspieler ter Stegen

ter Stegen in der Champions League

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