Drama im Abstiegskampf

Ingolstadt macht Bundesliga-Aufstieg perfekt

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Ingolstadts Mathew Leckie (r) trifft bei einem Foulelfmeter zum 1:1 Ausgleich gegen Leipzig. Der Aufstieg des FC Ingolstadt ist perfekt.

Ingolstadt - Der Zweitliga-Dominator FC Ingolstadt hat eine sensationelle Saison mit dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga gekrönt. Im Abstiegskampf schöpft 1860 München neue Hoffnung. 

Weißbier- und Sektduschen, Umarmungen ohne Ende: Der FC Ingolstadt hat seine Wahnsinns-Saison mit dem Bundesliga-Aufstieg gekrönt. Der Dauer-Spitzenreiter kürte sich am Sonntag durch das 2:1 (1:1) gegen RB Leipzig vorzeitig zum 54. Club in der Beletage des deutschen Fußballs - und zum Zweitliga-Meister. Aufstiegstrainer Ralph Hasenhüttl sank auf den Boden, konnte sich vor Glückwünschen in euphorisierten Ingolstadt kaum noch retten. „Eine pure Explosion der Gefühle“, sagte der verletzte Kapitän Marvin Matip.

Traurige Mienen dagegen beim VfR Aalen. Nach dem 2:4 (1:2) gegen den 1. FC Heidenheim kann der Verein, der gegen einen Punktabzug kämpft, nur auf einen Klassenverbleib am Grünen Tisch hoffen.

Als Tabellenzweiter darf der SV Darmstadt 98 bei der SpVgg Greuther Fürth weiter vom Durchmarsch träumen, das 0:1 (0:0) bedeutete aber einen Dämpfer für die Hessen und einen Riesenschritt für die Franken zum Liga-Verbleib. Jeweils ein Punkt hinter Darmstadt wittern aber der Karlsruher SC nach einem 2:0 (1:0) bei Eintracht Braunschweig und der 1. FC Kaiserslautern nach einem 0:0 bei Erzgebirge Aue weiter ihre Aufstiegschance.

1860 München schöpft Hoffnung - St. Pauli feiert 5:1-Sieg

Freude bei den Spielern von 1860 München und ihrem Trainer Torsten Fröhling.

Vertagt wurden am dramatischen vorletzten Spieltag die weiteren Entscheidungen im Abstiegskampf. Nach dem derzeitigen Absteiger Aalen (31) hat Aue (35 Punkte) die schlechtesten Karten. Ebenfalls prekär ist die Lage für FSV Frankfurt (36) nach dem 1:3 (1:1) gegen Union Berlin. Der TSV 1860 München (36 Punkte) zittert auch nach dem 2:1 (0:1) gegen den 1. FC Nürnberg weiter. Nach Rückstand feierte der FC St. Pauli ein furioses 5:1 (2:1) gegen den VfL Bochum auf dem Weg zum Klassenverbleib. Der SV Sandhausen blickt trotz des 0:2 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf der Rettung entgegen.

Bevor die rauschende Aufstiegsparty in Ingolstadt beginnen konnte musste ein Kater verarbeitet werden. Dominik Kaiser (4. Minute) brachte den Gast aus Leipzig in Führung. Nach dem Ausgleich von Mathew Leckie (45.+1/Foulelfmeter) konnten die Feierlichkeiten vorbereitet werden, nach dem 2:1 durch Stefan Lex (76.) durften auf den Rängen bei den 15 000 Fans die ersten Aufstiegsschlücke genommen werden. Elf Jahre nach den Gründungstag dürfen die Oberbayern in der kommenden Saison auf Bundesliga-Tour gehen.

Darmstadt patzt

Das Märchen vom Durchmarsch könnte für Darmstadt doch noch eine traurige Wendung nehmen. Fürths Marco Stiepermann (61.) schockte die Gäste mit einem direkt verwandelten Freistoß, der Klassenverbleib ist für sein Team greifbar nahe. Darmstadt fehlt in einer Woche nach Gelb-Rot auch noch Romain Brégerie (83.).

Lange keine Tore, aber schnell riesige Aufregung gleich nach neun Minuten gab es in Aue. Lauterns Michael Schulze bekam eine Flanke ins Gesicht, Schiedsrichter Peter Sippel zeigte zunächst auf den Punkt. Nach Rücksprache mit seinem Gespann nahm der Referee die Entscheidung zurück.

Karlsruhe bleibt im Aufstiegsrennen

Dank Dauertorjäger Rouwen Hennings (43./87.) bleibt auch Karlsruhe im Aufstiegsrennen, dagegen sind die Resthoffnungen von Bundesliga-Absteiger Braunschweig dahin. Die Schlussphase mussten beide Teams in Unterzahl bestreiten.

Im Kampf um den Klassenverbleib feierte St. Pauli einen großen Sieg und zeigte beim Heimspiel gegen Bochum eine bemerkenswerte Reaktion nach dem Rückstand durch Michael Gregoritsch (5.). Lennart Thy (35.) und Marcel Halstenberg (45.+1) wendeten schon vor der Pause das Spiel. Christopher Buchtmann (49.), Thy (52.) und Waldemar Sobota (83.) verwandelten das Millerntor endgültig in ein Tollhaus.

Am 155. Vereinsgeburtstag feierten die Münchner „Löwen“ drei eminent wichtige Punkte auf dem Weg zur Rettung. Beflügelt von der Rekordkulisse von 68 500 Zuschauern schlugen die Sechziger nach dem Dämpfer durch das 0:1 durch Niklas Stark (45.) mit toller Moral zurück. Guillermo Vallori (56.) glich per Kopf aus, das 2:1 durch einen Handelfmeter von Daniel Adlung war für die vor 22 Jahren aufgestiegenen Münchner fast schon lebensnotwendig.

Nach drei Jahren in der 2. Liga kämpft Aalen weiter verbissen gegen den Abstieg, vor allem aber vor dem Ständigen Schiedsgericht. Dort hofft der VfR, dass der Zwei-Punkte-Abzug für die laufende Saison doch noch rückgängig gemacht wird. Die Treffer von Oliver Barth (12.) und Orhan Ademi (48.) waren für das Schlusslicht zu wenig.

dpa

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