Frankreichs neuer EM-Held im Fokus

Wer ist dieser Payet? Topklubs haben ihn im Visier

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Dimitri Payet sorgt bei der Fußball-EM für Furore.

Paris - Nach seinen Toren bei den ersten beiden EM-Spielen feiert ganz Frankreich seinen neuen Fußball-Helden Dimitri Payet. Doch wer ist dieser 29-Jährige eigentlich?

Frankreich hat einen neuen Nationalhelden. Sein Name: Dimitri Payet, schon 29 Jahre alt, offensiver Mittelfeldspieler in Diensten von West Ham United - und der Mann für die wichtigen Tore der Équipe Tricolore bei der Fußball-EM 2016. Im Eröffnungsspiel gegen Rumänien erzielte er den entscheidenden Treffer per Traumtor zum 2:1-Sieg Frankreichs, im Duell mit Albanien sorgte er mit dem 2:0 in der Nachspielzeit für die Entscheidung und das Achtelfinalticket. "Ich habe heute wieder den Unterschied gemacht", sagte er nach dem Albanien-Spiel. Doch wer ist dieser selbstbewusste Payet eigentlich?

Dimitri Payet wurde am 29. März 1987 in Saint-Pierre auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean geboren, einem Übersee-Département Frankreichs. Er wechselte im Alter von zwölf Jahren auf das französische Festland zu Le Havre AC. 2006 schaffte er beim FC Nantes den Sprung in den Profi-Kader, 2007 wechselte er zum AS Saint-Étienne, wo er 2010 im Alter von 23 Jahren auch Nationalspieler wurde. Über Lille und Marseille wechselte er im Sommer 2015 zu West Ham United nach London.

EM 2016 erste Turner-Teilnahme von Payet - mit 29

Bei der Kader-Nominierung Frankeichs für die EM 2012 und die WM 2014 wurde er nicht berücksichtigt. Ein ganzes Jahr spielte Auf-und-ab-Fußballer Payet in der französischen Nationalmannschaft keine Rolle. Seit seinem Debüt im Oktober 2010 hatte es Payet auf lediglich 20 Einsätze gebracht - ein Viertel davon in diesem Jahr. Mit 29 kennt nun fast die ganze Fußball-Welt diesen dribbelstarken, schnellen und schussgewaltigen Dimitri Payet - dank seines spektakulären Treffers am Freitagabend im Stade de France von Saint-Denis und vor allem seiner anschließenden Tränen. Ein echter Spätstarter.

Payet: La Réunion feiert seinen berühmten Sohn

In über 9000 Kilometern Entfernung im Indischen Ozean kennt die Verehrung für den neuen Volkshelden Frankreichs keine Grenzen. „Payet président“, stand am Wochenende in großen Lettern auf der Titelseite des „Le Quotidien“ auf Réunion. Auch „Le Journal“ widmete Payet, zwei Tage nach dem 2:1-Erfolg im EM-Auftaktmatch gegen Rumänien die erste Seite: „Der Nationalheld“.

„Ein kleiner Junge von uns ist auf dem Weg, die Gipfel zu erklimmen. Wir sind enorm stolz“, sagte Payets Jugendtrainer Harris Maillot, unter dem der damals sechsjährige Dimitri beim AS Saint-Philippe in La Réunion seine ersten Versuche als Vereinsfußballer unternommen hatte. Mit neun, zehn Jahren sei er bereits aufgefallen, erzählte Maillot laut französischer „L'Équipe“ (Sonntag).

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EM 2016: Diese Vereine haben Payet im Visier

Alle wollen Dimitri Payet - auch die europäischen Großklubs haben offenbar mittlerweile Interesse an ihm. Englische Medien berichten, dass Manchester United, der FC Chelsea und Paris St. Germain Payet verpflichten wollen. Aus Spanien wird kolportiert, dass auch der neue Coach von Manchester City, Pep Guardiola, von West Hams Flügelspieler begeistert sei. Schon vor der Euro hatte es Gerüchte um Real Madrid gegeben.

Payet dürfte aber sehr teuer werden. Bei West Ham besitzt er einen Vertrag bis 2021. Sein Marktwert beträgt laut transfermarkt.de 23 Millionen Euro, dürfte aber nach dem spektakulären EM-Start deutlich gestiegen sein. In London will man auf die Abwerbeversuche angeblich reagieren und das Gehalt von Payet auf 160.000 Euro pro Woche erhöhen, schreibt die Sun.

fw mit dpa/SID

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