Verband dementiert Berichte

FIFA-Boss Infantino offenbar vor Suspendierung

+
Droht schon nach wenigen Monaten im Amt Ärger: Gianni Infantino soll die FIFA eigentlich aus der Krise führen.

Zürich - Die FIFA kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach dem Aus für Sepp Blatter droht nun auch dessen Nachfolger als Präsident Ärger. Gianni Infantino könnte suspendiert werden.

Dem Fußball-Weltverband FIFA droht womöglich das nächste Beben. Laut eines Berichts der Welt am Sonntag muss der erst vor drei Monaten gewählte Präsident Gianni Infantino eine provisorische Suspendierung von 90 Tagen durch die verbandseigene Ethikkommission fürchten. Hintergrund sollen mehrere Anzeigen gegen Infantino bei der Ethikkommission sein.

Nach Angaben des Blattes, das sich auf die Einsicht in einen "bislang geheimen internen Schriftverkehr" beruft, sollen auf Anweisung Infantinos Tonaufnahmen einer Sitzung des FIFA-Councils Mitte Mai in Mexiko-Stadt vernichtet worden sein. Marco Villiger, Chef der FIFA-Rechtsabteilung, bestätige diese Forderung Infantinos demnach in einem der Schreiben.

FIFA: Nur Kopien wurden gelöscht

Die FIFA wies die Berichte jedoch als falsch zurück. "Der E-Mail-Verkehr, in dem die Löschung von Audio-Dateien erwähnt wird, bezieht sich auf eine Kopie der Original-Dateien der Sitzung, die fälschlicherweise auf einem lokalen Laufwerk gespeichert waren", hieß es in einer Mitteilung des Verbandes am Donnerstagabend. Die Originalaufnahme sei "ordnungsgemäß bei der FIFA gespeichert."

Die FAZ hatte am Samstag von einem Komplott führender Funktionäre berichtet und vor allem Infantino scharf attackiert. Angeblich seien Kontrollgremien, die zu mehr Transparenz, besserer Verbandsführung und größerer Glaubwürdigkeit verhelfen sollten, geschwächt worden. FIFA-Chefaufseher Domenico Scala habe auch auf Betreiben Infantinos aus dem Amt gedrängt werden sollen.

Chefaufseher Scala zurückgetreten

Scala hatte unmittelbar nach dem FIFA-Kongress in Mexiko-Stadt seinen Rücktritt als Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission erklärt. Auf dem Kongress hatte das FIFA-Council beschlossen, für ein Jahr selbst über die Mitglieder der teils komplett, teils zur Hälfte unabhängigen Kommissionen zu bestimmen - auch über die in der Ethik- sowie die in Scalas (Ex-)Kommission, die laut des Reformpakets alle FIFA-Prozesse von außen kontrolliert.

Die FIFA hatte ungewöhnlich harsch auf den FAZ-Bericht reagiert und diese auf das Schärfste zurückgewiesen. "Der FIFA-Präsident und der FIFA-Rat respektieren die Unabhängigkeit der Audit- und Compliance-Kommission und der Ethik-Kommission nicht nur, sondern unterstützen sie vollumfänglich. Jegliche gegenteilige Behauptung ist absurd", schrieb die FIFA.

Infantino soll Gelder verschwendet haben

Laut Welt am Sonntag wird Infantino auch Verschwendung von Verbandsgeldern durch die Nutzung von Privatjets bei Reisen in offizieller Mission in die WM-Ausrichterländer Russland (2018) und Katar (2022) vorgeworfen. Zudem soll die neue Generalsekretärin Fatma Samoura von Infantino installiert worden sein, ohne dass sie den vorgeschriebenen Integritätscheck durch die Audit- und Compliance-Kommission passierte.

Auch die Entlassung des Vize-Generalsekretärs Markus Kattner soll laut Welt am Sonntag einen faden Beigeschmack besitzen. Denn: Der in Bayreuth geborene Kattner habe Scala Anfang Mai über diverse angebliche Ethik-Verstöße Infantinos informiert. Kattner wird vorgeworfen, seine "treuhänderische Verantwortung missbraucht" zu haben.

sid

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
1860-Investor lässt Eichin rauswerfen - und attackiert Hoeneß
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
Schmutzige Geldgeschäfte von Ronaldo, Özil und Co. enthüllt
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
BVB: "Sahnehäubchen" Gruppensieg - oder lieber nicht?
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
Borussia Dortmund: „Ein Geschenk für die Augen“
FC Bayern besiegt Atlético Madrid dank Lewandowski
FC Bayern besiegt Atlético Madrid dank Lewandowski