Nach dem Sieg über Münster

Keine Bayern-Euphorie: "Kleine Witze müssen reichen"

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Die Bayern freuen sich über den Sieg gegen Preußen Münster, große Euphorie gibt es allerdings nicht.

Münster - Die Pflichtaufgabe im DFB-Pokal hat der FC Bayern souverän gelöst. Grund zur Euphorie gab es allerdings nicht.

Der erste Pflichtspielsieg der Saison war noch nicht einmal für den Jubilar ein Grund zum Feiern. „Man kann nicht immer gleich eine Party steigen lassen“, sagte Weltmeister Thomas Müller nach seinem 100. Pflichtspieltor für Bayern München: „Ich werde unter der Woche den ein oder anderen Witz erzählen, das muss reichen. Wir haben ein strenges Programm.“

Dennoch gab es für den Double-Sieger und seine sechs Weltmeister neben dem Pflichtspielsieg noch etwas Positives bei diesem 4:1 (2:0) beim Drittligisten Preußen Münster: Das Pflichtspiel-Comeback von Nationalspieler Holger Badstuber nach zwei Kreuzbandrissen und insgesamt 624 Tagen Pause. Die Bayern-Fans sangen minutenlang den Namen des Abwehrspielers, der 78 Minuten durchhielt. Mitspieler Arjen Robben erklärte, er freue sich „über Holgers Rückkehr mehr als über jeden Neuzugang“. Und Trainer Pep Guardiola relativierte sogar seine eigentlich mit Nachdruck ausgesprochene Forderung nach einem neuen Abwehrspieler.

„Wenn etwas möglich ist, wäre es schön. Wenn es nicht möglich ist, machen wir mit denen weiter, die wir haben. Kein Problem“, sagte der Katalane, der Badstuber für „ein gutes Spiel, seine Qualität und seine Persönlichkeit“ lobte. „Am Mittwoch in Dortmund gab es eine schlimme Nachricht für uns mit dem Kreuzbandriss von Javi Martinez. Heute gab es eine schöne Nachricht mit der Rückkehr von Holger“, ergänzte Guardiola und stellte damit selbst einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen her.

Badstuber wollte in Münster nicht reden, meldete sich dafür aus dem Mannschaftsbus aber mit einem umso euphorischeren Tweet. „Das erste Spiel ist vorbei!!! Bin froh, dass ich zurück auf dem Feld bin. Es ist einfach das Beste!!! Wunderbar“, schrieb der 30-malige Nationalspieler.

Ob die Rückkehr des 25-Jährigen eine Nachverpflichtung für die Defensive des angeblich umworbenen Mehdi Benatia (AS Rom) überflüssig macht, darf jedoch bezweifelt werden. „Wir haben genug Alternativen“, versicherte Mario Götze zwar. Doch Dante, der die Martinez-Rolle als zentraler Spieler der Dreier-Abwehr übernommen hatte, schränkte ein: „Es hat gut geklappt, aber wenn der Verein noch jemanden holen will, ist das okay.“

Robben meinte: „Das muss der Verein entscheiden. Aber es wäre schön, wenn wir mal wieder 18 fitte Spieler im Kader hätten.“ Der Niederländer war wegen Trainingsrückstands selbst 90 Minuten draußen geblieben. Robben darf auf einen Einsatz beim Saison-Auftakt am Freitag gegen den VfL Wolfsburg (20.30 Uhr/ARD und Sky) hoffen. Neben Martinez werden allerdings auch Bastian Schweinsteiger (Knieprobleme) und Rekonvaleszent Thiago sicher fehlen. Noch offen ist der Einsatz von Franck Ribery, der seine Kniebeschwerden allerdings überstanden hat.

Weltmeister wie Götze zeigten am Sonntag aufsteigende Form, doch die mangelnde Fitness war auch nach dem Sieg durch Tore von Götze (19.), Müller (29.), David Alaba (52.) und Claudio Pizarro (73.) bei einem Elfmeter-Gegentor von Rogier Krohne (89.) das große Thema. „Man hat gesehen, dass wir noch nicht topfit sind. Wir brauchen noch Zeit“, sagte Guardiola. „Das Wort Rhythmus wird bei uns in den kommenden Wochen noch oft fallen“, ergänzte Robben: „Die nächsten zwei bis drei Wochen bis zur Länderspiel-Pause müssen wir noch gut überstehen.“

SID

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